11. September 2001

"Ab heute ist alles anders ..."

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Nach wie vor - heute ist der 4. November - beherrschen das Thema und seine Folgen die Nachrichten. Heute wurde zum Beispiel der erste konkrete Verdacht auf Milzbrand in Deutschland in den Nachrichten verbreitet - noch weiß man nicht, ob er sich bestätigt. Gerade, während ich diese Zeilen schreibe, höre ich die Gesundheitsministerin in einer ARD-Sondersendung erklären, erste Ergebnisse seien negativ - wie gehabt, Experten melden sich zu Wort und berichten darüber, was sie auch (noch) nicht wissen.

Einige der Bilder auf dieser Seite hatte ich am 11. September abends auf meine Homepage gestellt - ein Versuch, mich mit dem Geschehen auseinanderzusetzen. Ich habe mich im Anschluß oft gefragt, ob es richtig war, diese Bilder noch einmal zusätzlich ins Netz zu stellen. Bald aber wurde mir die relative Bedeutungslosigkeit dieses Tuns klar - tausende andere User, und vor allem kommerzielle Anbieter, taten mehr oder weniger dasselbe. Es ist also nur eine Geste, sich auch mitzuteilen - eine hilflose, an sich. Ich hatte einfach alles, was ich an diesem Tag sonst getan hätte, fallengelassen, ferngesehen - ein paarmal mit einer digitalen Kamera vom Bildschirm abfotografiert, dann mich an den PC gesetzt und einige Nachrichtensendungen als Video aufgezeichnet, um daraus wiederum Standbilder zu gewinnen.

Des weiteren muß ich bekennen, dass mit ein Beweggrund für mich als Fotograf darin lag, diese Bilder als Dokumente festzuhalten, aufzubewahren. Ich konnte und kann mich dem nicht nur deshalb entziehen, weil das so viele andere auch getan haben. In der Tat haben diese Bilder ja ihre eigene, schier zwingende Ästhetik des Entsetzens.

Wichtiger ist freilich längst, sich damit auseinanderzusetzen, wie dieser Tag unsere Welt, unsere Gesellschaft, unser Denken und Handeln verändert hat - und mit den Folgen dessen, was das dadurch initiierte Handeln wiederum bewirkt.

Voller Entsetzen hörte ich heute (11. 9. 01) nachmittag, zwei Flugzeuge seien in die Türme des World Trade Center gestürzt ...
Wenig später hieß es, einer der Türme sei eingestürzt, kur darauf der zweite. Das World Trade Center existiert nicht mehr - und die Nachrichten überschlugen sich: Flugzeugattentat auf das Pentagon.
Mit wachsendem Grauen muß ich denken: Hoffentlich behalten die politisch Verantwortlichen in dieser unfaßlichen Situation dennoch die Nerven. Aber noch ist nicht abzusehen, was alles geschehen ist und geschehen wird - und wer dahinter steht.
Es ist etwa 9 Uhr in New York. Vor laufenden Fernsehkameras nähert sich das zweite Flugzeug den Türmen des World Trade Center
Es bohrt sich in den aus diesem Blickwinkel verdeckten zweiten Turm - unmittelbar danach schießt aus der anderen Seite des Gebäudes ein Feuerball hervor
Eine andere Kamera zeigte das Flugzeug, wie es sich von hinten dem hier linken Turm nähert
Kommentatoren beschrieben das Geschehen so: Es schien fast, als hätte das Flugzeug das Gebäude durchdrungen
Schließlich tauchte auch noch eine Filmaufnahme auf, die das Geschehen von der Seite zeigt
Einige Zeit später stürzt erst der als zweiter getroffene Turm in sich zusammen
Niemand weiß bis dahin, wie viele Menschen sich noch in dem Gebäude befunden haben
Dasselbe Geschehen aus einem anderen Blickwinkel
Den ganzen Nachmittag (mitteleuropäischer Zeit) wiederholen die Fernsehsender diese entsetzlichen Bilder
Menschen fliehen in den Straßen vor der Staub- und Gerölllawine
Wenig später stürzt auch der andere Hochhausturm in sich zusammen.
Unvorstellbar, dass Zeit geblieben war, auch nur einen Teil der Menschen zu retten
Jassir Arafat spricht den USA sein Entsetzen und Beileid aus - noch weiss niemand in der Öffentlichkeit, wer die Anschläge zu verantworten hat