Wie haben Sie das gemacht, Mr. Video?*

Von Johannes Leckebusch

Stand: 20. 04. 2001 - die Seite(n) wird/werden immer wieder ergänzt

Das Kino der Zukunft ist digital - George Lucas will seinen nächsten Film Star Wars: Episode Two mit digitalen Kameras drehen und bis 2002 in digitale Kinos bringen. Bereits im vergangenen Jahr wurde The Phantom Menace in vier Kinos in den USA mit digitaler Projektion vorgeführt.

* Der Titel meiner Seite ist eine Hommage an "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht" von François Truffaut, erschienen bei Hanser 1973.

P.M.-Logo
Im Auftrag von:

Standbild aus dem Intro-Logo

Das Bild (Manon Baukhage) ist ein Ausschnitt aus einem eingescannten Dia, das mit einem hochempfindlichen Diafilm bei reinem Kerzenlicht aufgenommen wurde. Für den Videoclip wurde es nach Einscannen mit dem ArtixScan 4000 (Microtek) mit Corel Photopaint auf die 720 x 576 Pixel des DV-Formates resampelt und zu 17 "Falschfarben"-Exemplaren aufbereitet, die anschließend ineinander überblendet wurden. Daraus ergeben sich die Farbwandlungen im fertigen Videoclip.

Das Logo unserer Filmproduktion

Doch schon heute steht dem engagierten Amateurfilmer die Welt des digitalen Heimkinos offen! Grundsätzlich braucht man dazu eine digitale Videocamera (DV), wie beispielsweise die NV-DX 110 von Panasonic, und zwar eine, die auch "DV-In" erlaubt, also auch das Aufnehmen von digitalen Videos über die I-Link bzw. FireWire-Schnittstelle. Denn nur so kann man schließlich das auf dem Computer produzierte Video wieder auf eine digitale Videocassette aufnehmen (es sei denn, man möchte nur ein Video für's Internet oder zur Verbreitung via DVD, CD oder E-Mail erzeugen). Bei vielen Kameras kann man die aus zollrechtlichen Gründen gesperrte Aufnahmefunktion auch mit bestimmten Hilfsprogrammen "freischalten".


Des weiteren benötigt der digitale Filmemacher eine Schnittsteuerkarte und entsprechende Software. Zur Produktion des Films, aus dem die hier gezeigten Videoclips stammen, habe ich folgende Ausrüstung und Materialien benutzt:

Real Video in "High Picture"-Qualität, 160 x 120 Pixel:

Um die nebenstehenden Videos im Format "Realvideo" anzuzeigen benötigen Sie den Realplayer. Eine kostenlose Version können Sie nach Klick auf das Logo herunterladen.

Klicken Sie zur Wiedergabe des Videos auf den Wiedergabe-Button. Beachten Sie, daß sich nicht mehrere Videos gleichzeitig abspielen lassen!

Wir (Joseph Scheppach und ich) haben einen fast einstündigen Videofilm zum 50. Geburtstag von Manon Baukhage in DV (Digital Video) auf dem Computer produziert, mit dem Schnittsystem Studio DV geschnitten und mit einem digitalen Projektor (einem sogenannten "Beamer") vorgeführt. Hier zeigen wir Ausschnitte daraus und verraten einige der angewandten Tricks und Effekte.

Noch ist es nach dem heutigen Stand der Technik unmöglich, einen solchen Film in voller Länge, geschweige denn in voller Qualität, ins Internet zu stellen. Um Ihnen einen Eindruck von der eigentlichen Qualität zu vermitteln, zeigen wir am Anfang der Seite ein Standbild aus dem "Logo" unserer Filmproduktion in der vollen DV-Auflösung von 720 x 576 Pixeln. Darunter sehen Sie den daraus entstandenen Videoclip.

Falschfarben-Bilder zur Konstruktion des Logos

Diese 16 Bilder (eigentlich waren es 17, die erste Stufe der "Pixelung" in der untersten Reihe haben wir ausgelassen) sind das Ausgangsmaterial für das "Logo" unserer (bisher fiktiven) Filmfirma. Als erstes wird aus dem oben gezeigten Originalscan des Dias ein Schwarzweißbild erzeugt (links oben). Dieses wird mit verschiedenen Effekten wie "Relief" (zweites Bild), Negativ und Einfärbungen (drittes Bild) und Farbverschiebungen in Corel Photopaint bearbeitet. Zuletzt wird es mit dem "Kachel"-Effekt in zunehmend gröber werdende Pixel aufgelöst. Welche Effekte Sie verwenden, bleibt Ihrer Phantasie (und dem verfügbaren Grafikprogramm) überlassen.

Mit eingeblendetem Titel

Im Schnittprogramm Studio DV werden die Bilder auf der Videospur in der gewünschten Reihenfolge abgelegt. Eine Aufblende am Anfang und Überblendungen zwischen den Bildern steuern die dynamischen Farbeffekte. In einer der Tonspuren wird eine passende Musik hinzugefügt und die Dauer der Bilder und Überblendungen so "hingezogen", daß die Übergänge mit der musikalischen Begleitung harmonieren. In der Titelspur erzeugt man die gewünschten Schriftüberblendungen, hier "Bayrischzell Videograph Studios".


Computertricks ...

Real Video in "High Picture"-Qualität, 160 x 120 Pixel:

Technisch am komplexesten ist die Einführungsszene in den eigentlichen Film. Sie besteht aus einem Videoclip aus dem Internet (Frank Sinatra singt "My Way"), der zunächst vom Bildschirm abgefilmt wird. Dann wird synchron in den eigentlichen Clip und dessen Ton überblendet.. Dazwischen wird auf ein in DV abgefilmtes Plakat mit einem Motto von Tucholsky überblendet, während der Videoton weiterläuft. Zuletzt erfolgt die Überblendung auf das digital aufbereitete Motiv mit dem Engel.

Wahrscheinlich - oder sagen wir: hoffentlich - sieht man dieser Szene gar nicht an, wie kompliziert ihre Herstellung war. Denn so soll es ja sein - alles soll im fertigen Film ganz einfach und mühelos wirken. Die größte Schwierigkeit - so merkwürdig das klingen mag - bestand darin, den Ton zu erzeugen. Aus dem vom Bildschirm abgefilmten Video hatten wir den Ton aus dem Sound-Lautsprecher des Computer - etwas blechern. Daraus möglichst unauffällig (aber dennoch merklich!) in den Originalton des Videoclips zu überblenden ist eine reine Synchronaufgabe - die man mit viel feinfühligem Hin- und Herschieben auf dem Bildschirm und zigmaligem Abhören erledigen kann.

Das eigentliche Problem bestand aber darin, daß die Software zu Studio DV zwar zwei Tonspuren für Kommentar und Effekte anbietet, aber keine Möglichkeit, ein Videotake bildlich zu unterbrechen und den Ton fortzuführen - weil es nur eine Videospur gibt (andere Programme wie Adobe Premiere, das der DV500 beiliegt, bieten hier mehr). Unsere Lösung bestand darin, die Tonspur getrennt zu erzeugen und (in einem recht kniffligen Vorgang) synchron anzulegen.

Der digitalisierte Das freigestellte Motiv Mit neuem Hintergrund versehen ...
Das digitalisierte Originalmotiv - Ausschnitt aus einem Titelblatt der Zeitschrift "Wired"Der "Wired"-Engel - mit PictureIt freigestellt... und schließlich mit neuem, digital mit Corel Photopaint erzeugtem Hintergrund und auf das Videoformat zurechtgeschnitten. Dabei wurde auch eine Farbkorrektur vorgenommen.

Der Clip soll den Eindruck erwecken, daß man sich in das Internet einwählt und dort ein Video abruft. Zunächst wird das Geschehen vom Bildschirm abgefilmt (daher rührt auch das Flimmern des Bildes). Danach soll man in das Geschehen "eintauchen" - so als ob man sich plötzlich in einem imaginären Kino befindet, in dem der Film gezeigt wird. Um diese Illusion zu erzeugen, wird von dem abgefilmten Windows-Bildschirm in den Videoclip selbst überblendet.


Auftritt in einem Spielfilm

Ein sehr wirkungsvoller Gag ist es, seine Freunde oder Bekannten in einem berühmten Spielfilm "auftreten" zu lassen. Dabei kommt es nicht unbedingt auf die perfekte technische Illusion an - sondern eher auf eine witzige Idee, die sich mit einfachen Mitteln umsetzen läßt. Ausgangspunkt für unser Beispiel war ein Foto der Protagonistin, das an die berühmte Szene aus dem Billy Wilder Film "Das verflixte 7. Jahr" erinnert, in dem der Rock von Marilyn Monroe über einem U-Bahn-Schacht hochgeweht wird. Den Spielfilm kann man sich in der Videothek ausleihen.

Zunächst haben wir die betreffende Szene gesucht und digitalisiert - in diesem Fall mit dem Camcorder GR-DVL 9800 von JVC. Auch manche Schnittkarten können analoges Video "capturen", also digitalisieren. Als nächstes überlegt man, an welchen Stellen man am geschicktesten in den Film eingreifen kann. Wir wählten zwei Stellen: Zunächst die Szene, in welcher der männliche Hauptdarsteller Tom Ewell die spöttische Bemerkung macht "... es kühlt so schön die Knöchel", hier wird der Kopf von MM durch den unserer Filmheldin ersetzt. Und dann den Schwenk auf die Beine der MM, als die zweite U-Bahn kommt. Hier wird von den Beinen der MM auf die Beine unserer Darstellerin überblendet. Und dann folgt ein Übergang auf das benutzte Foto der Bekannten und zum Schluß auf ein Standbild von Marilyn Monroe in der entsprechenden Pose.




MPEG-Datei für "langsame Internetverbindung" (256 KBit/sec), 192 x 144 Pixel, 3,6 MByte:

MPEG-Dateien sind zwar von besserer Qualität als Real-Video, erfordern aber auch höhere Übertragungsraten. Wenn Sie Probleme mit dem Abspielen haben, klicken Sie kurz auf Wiedergabe und dann auf Stop. Warten Sie dann, bis das Grau des Fortschrittsbalkens ganz durch Weiß ersetzt wurde und starten Sie die Wiedergabe erneut - jetzt ist die Videodatei komplett auf Ihrem Computer gespeichert (Sie können sie dann auch später offline wiedergeben).



Und so wird's gemacht


Hier ist ein Bild

Das Originalfoto zeigt "unsere" Hauptdarstellerin über dem Lüftungsschacht der Pariser Metro. Der Rahmen zeigt die eigentlichen Bildgrenzen. Sie wurden mit einem schwarzen Hintergrund aufgefüllt, um das Bild in das Videoformat sowie den "Breitwand"-Ausschnitt des Spielfilms (mit schwarzen Balken oben und unten) einzupassen.


Hier ist ein Bild

Zur weiteren Vorbereitung wurde der Hintergrund des Pariser Straßenzuges mit dem Microsoft-Programm PictureIt entfernt.


Hier ist ein Bild

In der Filmszene nach der ersten U-Bahn erscheint anstelle von Marilyn Monroe kurz der Kopf unserer Hauptdarstellerin. Dazu wird aus dem freigestellten Foto zunächst ein passender Ausschnitt gebildet und in die rechte Bildhälfte gestellt. Legt man ein solches Bild in der Titel-Spur ab, so wird das schwarze Umfeld durch den Inhalt der Videoszenen ersetzt. Leider bewegt sich MM in der Szene, so daß sie hinter der eingefügten Person seitlich hervorkommen würde. Deshalb wurde ein Bereich des zu überlagernden Bildes in einem unauffälligen fast schwarzen Dunkelblau unterlegt, so daß in der rechten Bildhälfte der Inhalt des Videos überdeckt bleibt.


Hier ist ein Bild

Für die nächste Einblendung wurde ein Ausschnitt der Beine vorbereitet, der in Größe und Position möglichst genau auf das Ende des Schwenks beim Durchfahren der zweiten U-Bahn paßt.


Hier ist ein Bild

Zum Vergleich ein Standfoto von MM über dem New-Yorker U-Bahn-Schacht, das wir im Internet gefunden haben.

Je nach den Möglichkeiten der verwendeten Grafik- und Videobearbeitungsprogramme kann man diese Effekte noch weiter verfeinern.



Die Tagesschau an der Wand

Das fertige Video kann man, nachdem es "gerendert" und auf Videoband abgespeichert wurde, auf jedem Fernseher anschauen, der einen Videoeingang besitzt. Viel eindrucksvoller aber ist es, den Film mit einem "Beamer" vorzuführen. Das sind kleine Projektoren, die praktisch alles an die Wand werfen, was elektronische Bilder erzeugt - die Tagesschau oder den Spielfilm im Fernseher ebenso wie das Bild aus der analogen oder digitalen Videokamera - oder auch vom Computer-Bildschirm oder aus der digitalen Fotokamera (die in der Regel auch einen Videoausgang besitzt).

Joseph Weizenbaum

Der Computerpionier und -Kritiker Joseph Weizenbaum in der Sendung "Von Gutenberg zum Cyberspace" im Südwestfunk BW - per Beamer vom angeschlossenen Fernseher auf die Heimkino-Leinwand projiziert mit dem Beamer VPL-CS1 von Sony.

Sony VPL-CS1

Beamer sind immer noch recht teuer - der VPL-CS1 ist aber schon für knapp 6000,- DM (inkl. MWSt) zu haben und liefert bei digitalen Quellen ein gestochen scharfes Bild in 800 x 600 Pixeln in einer für Heimanwendungen sehr befriedigenden Helligkeit. Den vollen Kinogenuß erlebt man natürlich bei der Projektion auf eine gut reflektierende Leinwand - aber beim "Großbildfernsehen" kann man auch eine Tischlampe anlassen, um noch im Programmheft zu blättern oder das Abendessen zu sich zu nehmen.

Link zu Sony, zum VPL-CS1-Projektor.



Das brauchen Sie an Geräten

Um überhaupt digitalen Videoschnitt am Computer auszuführen, braucht man eine digitale Videokamera "DV". Diese muß über ihre Firewire bzw. I-Link-Schnittstelle nicht nur Video abspielen, sondern auch aufnehmen können, falls man am Schluß ein digitales Video auf der DV-Kassette erzeugen will (viele Kameras kann man mit besonderen Programmen auch für die Aufnahme freischalten).

Sony PC110 Sony DCR-PC110E
10fach Zoom (optisch) von Zeiss/40fach digital
Digitale Aufnahme und Wiedergabe über FireWire
Analog-Digitalwandlung
Standbilder auf Memory-Stick 1152x864 Pixel
USB zur Standbildübertragung an Computer
Preis: 4.699,- DM

Das ist ein sehr kompakter, cleverer Camcorder mit einem lichtstarken 10fach-Zoom von Carl Zeiss, den ich für den Artikel in P.M. 5/2001 getestet habe. Der Weitwinkelbereich ist mit 48 mm (auf Kleinbild umgerechnet) allerdings recht schwach, dafür ist eine echte Telebrennweite von 480 mm recht beachtlich.

Wer eine Szene vom Fernseher, beispielsweise einen Nachrichtensprecher, im Film verwenden will, oder auf VHS vorhandenes Material wie etwa ältere Videos, muß auch "analog aufnehmen" können. Hier ist der Camcorder DCR-PC110E von Sony goldrichtig - er digitalisiert auch analoge Videosignale - direkt vom Fernseher oder aus einem VHS-Recorder, in hoher Qualität. Zu den zahlreichen weiteren Funktionen zählen auch manuelle Scharfstellung und manuelle Belichtung - wichtig bei Sachaufnahmen.

Auf einem eingesetzten sonytypischen "Memorystick", den es in zahlreichen Kapazitäten von 4 MB bis 64 MB gibt, kann man ihn auch als reine digitale Fotokamera benutzen, die Bilder werden per USB auf den PC übertragen. Dort erscheint der in die Kamera eingesetzte Memorystick nach Installation entsprechener Treiber unter Windows wie eine kleine zusätzliche Festplatte.

Link zu Sony.


Canon MV3MC Canon MV3i MC
10fach Zoom (optisch)/40fach digital
Digitale Aufnahme und Wiedergabe über FireWire
Standbilder auf Multi Media Card
manuelle Belichtung möglich
Docking-Station für Kopfhörer u. Zusatzmikrofon
3799,- Mark

Das derzeitige "Flagschiff" von Canon. Beim MV3MC benötigt man zum direkten Übertragen von Standbildern, die auf der "Multimedia-Karte" aufgenommen wurden, am PC ein Lesegerät. Auch dieser Camcorder beherrscht manuelle Einstellung von Schärfe und Belichtung und läßt sich daher auch für dokumentarische Aufnahmen verwenden.

Link zu Canon.


Panasonic NV-DX110

Das "Arbeitspferd" für die Produktion des Videofilms zum 50. Geburtstag von Manon war der Camcorder NV-DX110 mit DV-In/Out über die i.LINK-Schnittstelle, drei CCD-Aufnahmechips, lichtstarkem 12fach-Zoom, Digitalzoom 24-120fach und Standbildausgang über RS-232. Der Anschluß an Fernseher oder analogen Videorecorder bzw. Beamer auch über SVHS, Ton für die Stereoanlage erfolgt über ein anschraubbares Zusatzteil. Die Preisempfehlung beträgt 4299,- DM, allerdings handelt es sich um ein Auslaufmodell.



Panasonic NV-DS990

Kleiner, leichter und billiger (3499,- DM) ist der NV-DS990, der seit März 2000 auf dem Markt ist.

Link zu Panasonic.


JVC GR-DVL 9800

Um VHS-Videos zu digitalisieren benutzten wir den digitalen High-Band-Camcorder GR-DVL9800 von JVC, da diese Kamera auch einen analogen Videoeingang besitzt, über den sie von einem VHS-Recorder oder beispielsweise vom Fernseher direkt auf die Digitalcassette aufnehmen kann.

Link zu JVC.


Pinnacle DV500 plus Pinnacle Systems DV500 plus
Adobe Premiere 6.0 Vollversion
Analoge und digitale Aufnahme/Wiedergabe
1999,- Mark

Für professionelle Anwendungen eignet sich die DV 500plus von Pinnacle. An der Rückfront des PC bietet sie zwei FireWire-Anschlüsse und einen Erweiterungsstecker für ein Anschlußkästchen mit analogen Ein- und Ausgängen für Bild und Ton. Diese sogenannte "blueBox" wird mit einem fingerdicken 1,80 m langen Kabel an die Karte angeschlossen und läßt sich so auch bei Rechnern, die unter dem Tisch stehen, bequem auf dem Arbeitsplatz anbringen. Sie hat für Aufnahme und Wiedergabe je drei Cinch-Buchsen für Composite-Video sowie linken und rechten Tonkanal und je eine S-Video-Buchse für das qualitativ bessere S-Videosignal. Damit kann man ohne DV-Camcorder von analogen Quellen wie einem VHS oder SVHS-Recorder oder direkt vom Fernseher aufzeichnen sowie darauf wiedergeben. Die beiden Fire-Wire-Anschlüsse an der Karte selbst erlauben auch das direkte digitale Überspielen zwischen zwei DV-Camcordern. Mit der Steuersoftware schaltet man zwischen digitalen oder analogen Ein- und Ausgängen zum "Capturen" (Aufzeichnen auf Festplatte) oder Monitoring bzw. Rendern (Beobachten des Schnitts bzw. Berechnen des fertigen Films) um.


Pinnacle Studio DV

Um nur Videoclips für's Internet zu erzeugen, wie Sie sie auf dieser Seite sehen, reicht auch eine Kamera, die nur wiedergeben kann. Der Computer muß mit einer Schnittsteuerkarte ausgerüstet werden, die ebenfalls eine I-Link-Schnittstelle besitzt, und in der Regel mit einer mehr oder weniger komfortablen Schnittsoftware geliefert wird. StudioDV von Pinnacle Systems kostet 579,- DM mit eigener Schnittsoftware "Studio DV". Wird sie zusammen mit einem JVC-Camcorder GR-DVL 107 oder GR-DVL 307 erworben, erfolgt ein Preisnachlaß von ca. 280,- DM.

Link zu Pinnacle Systems.


DV-Toaster von Electronic-Design

Schnittkarten für PCs, mit denen man auch direkt analoge Videos bearbeiten kann, bietet die in München ansässige Firma Electronic-Design an, die abgebildete Karte "DV-Toaster" für das Arbeiten mit analogen und digitalen Videoquellen kostet 1298,00 DM; dort findet man auch Freischaltsoftware für die Aufnahme-Funktion (DV-IN) verschiedener Kameras.

Sonstige Schnittkarten:

Como DVX SC
Ulead MedaStudio Pro 6, VideoStudio 4
581,90 Mark
Linkd zu Como.

Canopus DV Raptor
wahlweise Ulead MediaStudio Pro 6.0 oder Adobe Premiere (5.1?)
1800,- Mark

Canopus EZ Easy DV
Ulead Media Studio Pro 6
800,- Mark
Link zu Canopus.

Ein weiterer deutscher Hersteller ist die Fast Multimedia AG.


Neuere Mac-Computer sind bereits mit einer I-Link-Schnittstelle ausgerüstet (man benötigt noch die passende Software, um Videoschnitt auszuführen). Der Computer braucht auf jeden Fall eine schnelle CPU (mit dem Pentium II/400 MHz in unserem PC fanden wir die Arbeit halbwegs erträglich, deutlich schneller könnte nicht schaden). Und vor allem: Eine große Festplatte. Für den knapp einstündigen Film zum 50. Geburtstag von Manon beschaffte ich zunächst eine 30 Gigabyte-Festplatte - die am Schluß doch zu klein war, um auch nur das ganze Rohmaterial zu speichern und noch etwas Platz für die Produktion der 30 Sekunden bis maximal 5 Minuten langen "Takes" freizuhalten, so daß noch eine 12 Gigabyte-Partition hinzugenommen wurde. Für kleinere Videoprojekte sollte aber eine 20 oder 30 GB-Festplatte ausreichen, die man für 300,- bis 400,- bekommt.

Schließlich sollte man vor allem den Zeitaufwand nicht unterschätzen: Abgesehen von der mindestens einwöchigen Einarbeitung in die ganze Technik haben wir etwa zweieinhalb Monate an unserem Film gearbeitet - einschließlich des Einscannes von Dutzenden von Fotos, des Aussuchens und Überspielens von analogen VHS-Videos, des Abfilmens von Fotoalben und zusätzlichen Szenen. Treibt man nicht ganz so viel Aufwand, kann man natürlich auch etwas schneller fertig werden ...