Abermillionen Pixel

Millionenfach Fotofreude - oder Frust?

(C) by Johannes Leckebusch 1999

Klicken Sie auf eines der Gerätefotos links, um zur näheren Beschreibung zu gelangen. Soweit im Text Fotominiaturen eingeblendet sind, führen diese auf mit dem Gerät erzeugte Bildbeispiele. ACHTUNG: Diese können sehr umfangreiche hochaufgelöste Fotodateien sein! Die Bildbeispiele wurden nach fotografischen Gesichtspunkten beschnitten und als JPEG komprimiert. In Auflösung, Farbe und Kontrast wurden sie nicht verändert.

17 August 1999

Impressionen von meiner Gartenbank

Inzwischen gibt es eine neue Generation digitaler Fotoapparate, die als "2-Megapixel-Kameras" bezeichnet werden. Tatsächlich erreichen nur einzelne davon 2 Millionen Pixel oder mehr - viele nur 1,6, doch wird die 1-Mega-Grenze deutlich überschritten. So sehr wir Fotografen auch nach mehr Auflösung hungerten - das war und ist nicht das einzige Kriteterium, nach dem sich entscheidet: Ist das nun wirklich eine richtige Fotokamera?

Generell kann man sagen: Es bewegt sich einiges ... aber langsam. Peu á peu lernen die Hersteller digitaler Kameras, was eine Fotokamera ausmacht, und wie sie gut und einsatzfreundlich zu gestalten ist - aber es ist ein mühsamer Prozess. Immer noch hat man manchmal das Gefühl, daß hier Chipgurus und Computerfreaks am Werk sind - und keine gestandenen Kamerakonstrukteure.

Wir reden hier von Kameras, deren Preise sich immer noch im Bereich mittlerer oder gehobener Spiegelreflexsysteme bewegen. Die Bildqualität (was die Auflösung betrifft) erreicht allmählich Dimensionen, die in kleinen Formaten (etwa Postkarte) einen "fotorealistischen" Eindruck erlauben und mit gewissen Einschränkungen auch die Präsentation im A4-Format oder gar größer. Die Objektivleistungen sind teilweise recht interessant, mit der Empfindlichkeit hapert es bisweilen noch etwas. Vor allem legt man sich hinsichtlich "Film" (also CCD-Sensor) und Objektiv mit dem Kauf einer ziemlich teuren Kamera immer noch auf deren vorgegebene Eigenschaften fest.

Vorstellen möchte ich fünf neue Digitalkameras, einen Filmscanner und einen Fotodrucker.

Schärfe ist nicht nur Pixelmega!

Wer einfach drauflosknipst (und immer diese Subpostkartenabzüge für 13 Pfennig bestellt), kann mit diesen Kameras ähnlich gute Ergebnisse wie mit einer herkömmlichen Kamera der Knipsomatenklasse erzielen (es ist nur teurer, und eine Motivklingel gibt es auch noch nicht, aber eine der Kameras dreht hochkant geschossene Motive auf dem Display bzw. Computerbildschirm automatisch aufrecht). Dem ernsthaften Amateur oder gar Profi stoßen aber immer noch etliche Ärgernisse auf. Dazu gehören in erster Linie die mangelnde Sofortbereitschaft: Beim Einschalten (auch nach automatischer Abschaltung zur Batterieschonung) dauert es wertvolle Sekunden, bis die Kamera "fertig" ist. Und auch beim Auslösen treten immer noch so große Verzögerungen auf, daß mancher Schnappschuß danebengeht. Nicht zu reden von den lästigen Sekunden, bis das Bild auf der digitalen Speicherkarte abgelegt ist und man eine neue Aufnahme machen kann. Und schließlich sind da immer noch große Einschränkungen in der fotografischen Gestaltung durch die selbstbestimmte Wahl von Blende und Zeit (soweit man diese manuell einstellen kann, geschieht es immer noch grauenhaft umständlich über irgendwelche "Menüauswahlen", die man mit zig Knöpfchen durchwühlen muß). Eine der Kameras bietet immerhin schon eine Blendenprioritätsautomatik (Canon Powershot Pro70), und eine weitere gar Blenden- und Zeitvorwahl (Nikon Coolpix 950). Nahaufnahme mit offener Blende - zur Beispielseite

Ach ja - und dann diese automatische Scharfstellung. Was macht die eigentlich? Wenn ich Glück habe, höre ich sie surren, und manchmal gibt sie mir über irgend eine LED Morsezeichen (will sagen: Ich kann nicht scharfstellen). Ich sehe aber nicht, was nun scharf ist oder unscharf (Vordergrund, Hintergrund, gar nichts?). Auf jeden Fall wäre ich von Hand schneller - aber es gibt keinen Schärfering und keinen Mattscheibensucher. Und so bleibt auch die Beeinflussung der Schärfentiefe durch Blendenvorwahl eine Illusion (über das LCD beurteilen? ha Ha HA!).

Früher war alles besser ...

Meine ca. 25 Jahre alte mechanische Canon Ftb hat ein Einstellrad für die Zeit (von einer 1/1000 Sekunde bis 1 Sekunde und dann noch "B" für Dauerbelichtung (man kann, Gott behüte, sogar einen Drahtauslöser einschrauben, ein anachronistisches Accessoir, das die Konstrukteure der Digitalkameras wohl noch nie erblickt haben), und sie löst exakt in dem Moment den Verschluß aus, in dem ich den Auslöser drücke), einen Blendenring am Objektiv, einen Scharfstellring am Objektiv (das ich außerdem beliebig wechseln kann), ein definiertes Meßfeld im Mattscheibensucher (auf dem ich die Tiefenschärfe recht genau beurteilen kann - und vor allem sehe, ob scharfgestellt ist oder nicht oder worauf) - und das ist alles, was man eigentlich zum Fotografieren braucht. Außerdem speichert sie auf einer schnell auswechselbaren, billigen Filmpatrone 36 Bilder in einer Auflösung von mindestens fünf Millionen Pixeln (ähm), die man groß vergrößern bzw. beliebig ausschnittvergrößern kann. Ach ja, und ich kann Filme in einem Empfindlichkeitsbereich zwischen 25 und 1600 ASA verwenden. Wenn Digitalkameras das nur endlich auch einmal können würden - dürften sie gerne noch so altmodischen Technikschnack wie Zeit- und Blendenvorwahl, Spot, Integral und Matrixmessung hinzufügen. Stattdessen werde ich mit albernen "Album-Funktionen" in den Kameramenüs genervt, deren Arbeitsweise mir nachzulesen die Zeit zu schade ist - und auf die man sich im hektischen Fotografieren wohl eh nicht besinnen könnte. Viel lieber möchte ich eine Downloadsoftware, mit der ich einfach alle Bilder auf den Computer ziehen und abspeichern kann, ohne mir über Alben oder Dateinamen den Kopf zu zerbrechen - das kommt später, wenn ich mir die Bilder in Ruhe durchsehe. Eine halbe Stunde Download, ehe die Kamera bzw. "Picture Card" wieder für neue Aufnahmen frei ist? Den alten "Film" wechsle ich in 10 Sekunden und schiebe ihn in die Tasche, ohne mir einen "Albumnamen" oder sowas ausdenken zu müssen. Dafür gibt es allerdings eine elegante Lösung - entweder ein Notebook mit PCM/CIA-Interface und entsprechendem Adapter, oder ein PCM/CIA-"Laufwerk" bzw. Adapter für den PC. Nachdem ich mir das endlich angeschafft habe: Dringende Empfehlung!

... aber man könnte ja davon lernen!

Bisher bieten die Digitalkameras nur wenige Vorteile: Man kann einzelne Aufnahmen gleich wieder löschen, um Platz freizumachen; die Aufnahmen u. U. sofort betrachten (aber entweder im Briefmarkenformat, auf dem Fernseher oder nach teilweise im Stundenbereich liegenden "downloaden" auf den Computer); und, ja, die Bildverarbeitung auf dem Computer ohne Labor. Wobei es bisher immer noch länger dauert und die Qualität geringer ist - man muß nur nicht dunkel machen und bekommt keine nassen Finger (falls nicht die Druckerpatronen ...). Zugegeben: Die Speicherkarten kann man immer wieder neu verwenden ... wenn nur das Laden in den Computer nicht so lange dauern würde. Hat man genügend davon, ist es fein.

Nun bin ich ganz gewiß kein "Gegner" der Digitalfotografie - ganz im Gegenteil. Schon als 16jähriger (vor nunmehr bald 30 Jahren ...) hätte ich mir sowas gewünscht!

Ein - verheißungsvolles - Novum dieser neuen Runde meiner Tests digitaler Fotokameras ist, daß ich erstmals versucht habe, mit einigen der Kameras "Studioaufnahmen" zu machen - das heißt, ich habe die Testgeräte mit einer der anderen Kameras fotografiert (die Ergebnisse sehen Sie links, zunächst en miniature). Ein Teil dieser Aufnahmen wurden mit der Canon PowerShot Pro70 gemacht (die sich aber natürlich nicht selbst fotografieren konnte, dafür sprang die Nikon Coolpix 950 ein, die auch die Epson PhotoPC 750Z, den Canon-Scanner und den Epson-Stylus Photodrucker fotografiert hat). Die Apparate stellte ich einfach auf ein weißes Blatt Zeichenpapier und benutzte zwei Halogen-Fotoleuchten von 1000 Watt als indirektes Licht, eine 50-Watt Halogenlampe als Spot sowie eine Energiespar-Schreibtischlampe (Weißton) als Auflicht. Das erklärt die farblich unterschiedlichen Schatten und Lichter, welche die Bilder beleben sollen - außerdem diente diese komplizierte Lichtmischung als Test für den Weißabgleich der Kamera.

Da der Epson Stylus für dieses improvisierte Fotostudio etwas zu groß war, hat er keinen so schönen Hintergrund, sondern erscheint im realen Chaos des ungruenschen Computerlabors.

Bei dieser Art Fotografie ist es völlig gleichgültig, ob vom Drücken des Auslösers bis zum eigentlichen "Schießen" der Aufnahme 0,2 Sekunden oder eine längere Zeit vergeht. Auch wenn sich Onkel Willy und Tante Erna vor dem Schloß Neuschwanstein in Positur stellen, ist es ziemlich egal. Wenn aber mein Neffe auf dem Kinderspielplatz die Rutschbahn runtersaust und dabei jauchzt, ist es von lebenswichtiger Bedeutung: In einer Viertelsekunde hat ein Kind den Blick wieder abgewandt, den Gesichtsausdruck gewechselt - oder ist einfach aus dem Bild gesaust. Dieses "Zeitproblem" müssen die Techniker unbedingt lösen! (Und bei einer Kamera haben sie es praktisch gelöst - siehe Kodak DC280!!)

Wer entweder ein Notebook mit PCM/CIA-Interface hat, oder sich ein entsprechendes "Laufwerk" in den PC einbaut (siehe Ende der Seite), erlebt mit einem Picture Card Adapter einen wahren Geschwindigkeitsrausch: Wie von einer in den Computer eingebauten Festplatte werden die Bilder ruckzug kopiert, können auf der Karte gelöscht und diese praktisch unmittelbar nach dem Entladen aus der Kamera neu eingesetzt und mit neuen Bildern "vollfotografiert" werden. Wer ernsthaft fotografieren will, dem sei so ein Adapter unbedingt empfohlen.

Wichtige Begriffe

PixelEin Bildelement (Bildpunkt), das sich bei einem Farbbild aus drei Zahlenwerten für Rot, Grün und Blau (RGB) zusammensetzt. Wichtige Maße sind die Anzahl der Pixel horizontal x vertikal (zum Beispiel 1600 x 1200 bei der Nikon Coolpix 950) sowie die Farbauflösung (meist 24 Bit, also ein Byte oder 256 Werte pro Farbkomponente). Die in Pixeln gemessene Bildauflösung läßt sich nur annähernd mit der von herkömmlichen Fotomaterialien vergleichen, da diese nicht digital arbeiten und keine diskreten Bildpunkte aufweisen. Löst ein Diascanner das mehr oder weniger zufällig verstreute "Korn" eines Films auf, hat er annähernd dessen Auflösung erreicht oder überschritten (etwa bei 2400 x 3700 Pixeln).
BrennweiteBei einer gewöhnlichen sogenannten "Kleinbildkamera" hat das Negativ oder Dia eine Größe von ca: 24 x 36 mm. Je nach der "Brennweite", also der Brechungsstärke der Optik erhält man in einem bestimmten Abstand vom Motiv größere oder kleinere Bilder (Übersichten oder Ausschnitte). Bei einer Brennweite von 50 mm spricht man von einem Normal, bei 35 mm von einem (leichten) Weitwinkel. Stärkere typische Weitwinkel sind 28 mm oder 24 mm, alles darunter ist schon "extremes Weitwinkel". Für Portraitaufnahmen oder leichte Landschaftsausschnitte verwendet man Brennweiten von 65-70 mm bis ca. 135 mm (leichtes Tele). 200 mm wäre schon ein deutliches Tele (Fernobjektiv), das noch gängig ist, darüber sind Teleobjektive von 400 oder 1000 mm für Sportfotografie etc. gebräuchlich. Nun lassen sich die echten Brennweitenangaben der Objektive digitaler Kameras nicht direkt mit diesen Richtgrößen vergleichen, weil der digitale Aufnahmesensor (CCD) viel kleiner als ein Filmbild ist. Eine Brennweitenangabe wie 7-21 mm bei der Nikon Coolpix 950 wird erst dann "verständlich", wenn man sie auf den Brennweitenbereich einer Kleinbildkamera, der entsprechende Bildwinkel liefert, umrechnet, in diesem Fall 38 - 115 mm (alle Angaben in den Datentabellen sind auf KB umgerechnet).
ZoomZoom ("Gummilinse") ist ein Objektiv variabler Brennweite, mit dem man wahlweise Entferntes heranholen (Tele) oder über Nahes einen breiten Überblick (Weitwinkel) gewinnen kann. Übliche Brennweitenbereiche (auf KB, Kleinbild, umgerechnet) sind 35 mm (leichtes Weitwinkel), 50 mm (Normal) bis ca. 70 mm (Portraitbrennweite) oder 100 (leichtes Tele). Verwirrung schafft der Begriff "Digitalzoom". Man muß klar zwischen dem echten optischen Zoom, das von einer variablen Optik erzeugt wird, und dem "Digitalzoom" unterscheiden. Nur beim optischen Zoom haben die Bilder in allen Brennweitenbereichen die gleiche hohe Auflösung. Wenn das optische Zoom nur von 35 bis 105 mm reicht (das nennt man dann ein "Dreifach-Zoom"), kann eine weitere Bildvergrößerung (Ausschnitt) dadurch erreicht werden, daß das abgespeicherte Bild nur aus einem Teil der Belichtungsfläche des CCD-Sensors gewonnen wird. Dadurch rückt Entferntes noch näher - ähnlich, wie wenn man aus einem Negativ einen Ausschnitt vergrößert. Nachteil: Es wird nur ein Teil der Auflösung genutzt - Pixeleffekte machen sich stärker bemerkbar. Eigentlich ist ein Digitalzoom überflüssig, denn dasselbe kann man erreichen, indem man später am Computer aus der Teleaufnahme einen Ausschnitt wählt - die Nachteile sind dieselben.
ParalaxenfehlerBei einer sogenannten "Sucherkamera" schaut man durch ein getrenntes optisches System, um das Bildmotiv anzuvisieren, das durch die eigentliche Fotooptik auf den Film (oder CCD-Sensor) abgebildet wird. Notwendigerweise muß sich die Sucheroptik ein wenig versetzt von der Fotolinse befinden - meistens links daneben. Dadurch hat man einen etwas anderen Blickwinkel (etwa wie zwischen dem linken und rechten Auge). In der Ferne spielt das kaum eine Rolle - aber bei Nahaufnahmen kann sich der Bildausschnitt deutlich unterscheiden. Um diesen sogenannten "Paralaxenfehler" zu vermeiden, enthalten optische Sucher oft ein eine Grenzlinie oder ein verkleinertes Rechteck, um den bei Nahaufnahmen wirksamen Bildausschnitt anzudeuten. Besser ist eine exakte Anzeige des wirklichen Bildausschnittes. Diese kann entweder über eine Spiegelreflexoptik erfolgen (man schaut vor der Aufnahme durch das Fotoobjektiv), was bei keiner der hier getesteten Kameras möglich ist, oder - bei den Digitalkameras - man überprüft den Bildausschnitt auf dem LCD. Bei Nahaufnahmen über Stativ (etwa: Die neueste tolle Blume im Garten) ist das eine sehr brauchbare Methode, bei Schnappschüssen ist sie eher fragwürdig (wer hält schon die Kamera auf Armeslänge vom Gesicht weg, um auf dem meist zu winzigen Display doch nichts mehr erkennen zu können ...)

Kodak DC265

Fotobeispiele zur Kodak DC265

Die DC265 ist eine Zoom-Sucherkamera, das heißt, man blickt durch einen optischen Sucher, dessen Brennweite sich parallel zu der des Objektivs ändert. So sieht man beim Zoomen auf weiter entfernte Motive den korrekten Bildausschnitt, bei Nahaufnahmen entstehen aber Paralaxenfehler. Zusätzlich befindet sich auf der Rückseite ein LCD (leider genau da, wo Europäer ihre ausladenden und meist etwas fettigen Gesichtserker gegen das Gehäuse drücken ...), das man während der Aufnahme zuschalten kann.

Als erstes fällt der an einem Riemen befestigte Objektivdeckel auf (viele Digitalkameras hatten in der Vergangenheit überhaupt keinen Objektivdeckel, ein bedenkliches Manko). Der Riemen ist auch sehr notwendig: Der Deckel läßt sich nur im eingefahrenen Zustand des Objektivs aufsetzen. Schaltet man die Kamera ein, fährt das Objektiv wie eine Ziehharmonika heraus und wirft den Deckel ab (so kann man immerhin nicht vergessen, ihn abzunehmen). Dabei wird das Zoom in Mittelstellung gebracht - eine sehr lästige Eigenschaft, besonders in Verbindung mit dem automatischen Abschalten nach einiger Zeit des Nichtgebrauchs. Dabei surrt das Gerät auch noch lautstark. Beim Wiedereinschalten geht nicht nur kostbare Zeit verloren (und damit so mancher Schnappschuß), sondern auch individuelle Einstellungen, wie etwa ein abgeschalteter Blitz. So habe ich schon manche Aufnahme verpatzt - denn der gutgemeinte Blitz bei nach Ansicht der Kamera zu knappen Lichtverhältnissen zerstört jegliche Atmosphäre.

Ein weiteres Ärgernis ist das Nachlaufen des Zooms: Bewegt man den Wippschalter in Richtung Weitwinkel oder Tele und läßt ihn bei Erreichen des gewünschten Bildausschnittes los, so fährt das Zoom in der eingeschlagenen Richtung ungefähr noch eine Viertelsekunde weiter. Es ist daher eine schwierige und zeitraubende Tüftelei mit Hin- und Herfahren, einen exakten Bildausschnitt einzustellen.

Stark ist das Objektiv vor allem im Telebereich - auf Kleinbild umgerechnet 115 mm, die maximale Weitwinkeleinstellung ist allerdings mit 38 mm noch unter dem klassischen "leichten" Weitwinkel von 35 mm. Da das Objektiv (wie bei allen digitalen Kameras der Amateur- oder Semiprofiklasse) fest angebaut ist und nicht einmal ein Filtergewinde besitzt, muß man damit leben. Die Lichtstärke ist mit F 3,0 bis 4,7 (Tele) nicht besonders hoch, entspricht aber preiswerten Kleinbild-Zooms.

Herausragendes Merkmal ist eine USB-Schnittstelle, mit der sich auf entsprechend ausgerüsteten moderneren PCs oder Mac-Computern die Bilder wesentlich schneller (12 MB/sec statt nur 115 KB/sec) übertragen lassen als mit der sonst üblichen RS-232-Schnittstelle. Es liegen entsprechende Kabel bei, so daß man auch eine alte serielle Schnittstelle verwenden kann.

Der Videoausgang zur Bildbetrachtung auf einem Fernseher läßt sich zwischen NTSC und PAL umschalten, taugt aber kaum zur Qualitätsbeurteilung, zumal das Bild ziemlich klein dargestellt wird. Das "Overlay" der Menühinweise läßt sich abschalten. Wie bei allen Kameras hat das mitgelieferte Videoanschlußkabel einen Cinch-Stecker für das Bildsignal (und einen zweiten für Ton), man benötigt ein Scart-Kabel mit passendem Adapter.

Die DC 265 ist eine recht vielseitige Kamera mit einigen Schwächen. Neben dem nachlaufenden Zoom, das sich nicht exakt einstellen läßt, stört sehr das "Vergessen" von Voreinstellungen beim automatischen Abschalten (Stromsparfunktion). Die Menüs könnten weniger verspielt sein. Sie belichtet recht gut und liefert meist schöne Bilder - sie ist nur immer noch zu langsam, wenn es um Schnappschüsse geht. Neben der schnellen USB-Schnittstelle ist der große Zoombereich ein Plus.

Technische Daten Kodak DC265
Objektiv:Zoom 38 - 115 mm, Blende 3,0 - 4,0
Sucher:Optischer Zoomsucher sowie 2" TFT Farb LCD
Digital Zoom:Zweifach
CCD-Auflösung:1548 x 1032 Pixel
Bildauflösungen:1536 x 1024, 1152 x 768, 768 x 512
Schärfe:Automatisch, 0,3 m bis unendlich
Belichtung:Automatisch, manuelle Korrektur +/- 2 EV in 0,5 EV-Schritten
Verschluß:1/4 bis 1/400 Sek.
Blende:Weitwinkel: 3,0 - 14; Tele: 4,7 - 22
Empfindlichkeit:Entspricht 100 ISO
Weißabgleich:Automatisch
Programmsteuerung:DIGITA Makrosprache erweitert die Kamerafunktionen
Mehrfachaufnahmen:Max. 6 Bilder bei hoher und mittlerer, max. 24 Bilder bei Standardauflösung, einstellbar auf 0,1 bis 3 Bilder pro Sekunde
Zeitrafferaufnahmen:Einstellbar auf vordefinierte Zeitabstände, in Kamera als Video abspielbar
Lagesensor:Stellt Bilder (Hochformat) auf LCD oder Computer automatisch aufrecht dar
Bildkennzeichnung:Zeit und Datumsstempel, Text, Logo/Grafik; benutzerdefinierte Einordnung
Alben:Bilder werden durch Alben in der Kamera organisiert. Albenübertragung mit Picture Easy Programm
Selbstauslöser:10 Sekunden
Stativgewinde:Standard (klein)
Blitz:Mehrfachblitz (Automatisch, rote Augen, Aufhell, Aus), bis 3 m; wahlweise externe Blitzsynchronisation
Dateiformate:JPEG (EXIF), FPX
Wechselspeicher:CompactFlash "Kodak Picture Card", 16 MByte mitgeliefert, speichert zwischen 28 und 180 Bilder je nach Auflösung
Steuerung:Grafisch, menüorientiert, diverse Tasten
Videoausgang:NTSC, PAL
Schnittstelle:USB, PC card, Seriell, IrDA1.1 (Kamera zu Kamera oder Kamera zu PC)
Stromversorgung:4 AA Batterien (mitgeliefert) oder optionales Netzteil
Besonderheiten:Handriemen, Objektivdeckel, USB-Port; Digita-Skriptsprache
Abmessungen:118 mm (Breite) x 57 mm (Tiefe) x 106 mm (Höhe)
Gewicht:525 g ohne Batterien
Garantie:1 Jahr
Preis:1849,- DM

Systemanforderungen Windows

Systemanforderungen Mac

Webadresse zur Kodak DC265: http://www.kodak.com/US/en/digital/genInfo/dc265.shtml

Kodak DC280

Bildbeispiele mit der DC280

Auf den ersten Blick macht die DC280 einen recht konventionellen Eindruck: Ein traditionelles Kameragehäuse mit einem eher beschränkten Zoom-Objektiv von 30 bis 60 mm (auf Kleinbild umgerechnet, nur ein Zweifach-Zoom, viele andere bieten einen dreifachen Brennweitenbereich), mit einem Bereich größter Blendenöffnung von F 3.0 bis 3,8 (siehe "Wichtige Begriffe"; auch eher durchschnittlich). Daß ein dreifaches "Digitalzoom" geboten wird, darf nicht verwirren (siehe "Wichtige Begriffe"). Zoomsucher, eingebauter Blitz und noch eine Sensoröffnung, auf der Rückseite ein LCD, ein paar Knöpfchen und das Kodak-typische Einstellrad für "Capture" (Aufnahme), Review (Bildwidergabe), "Connect" (Computeranschluß) und "Camera Setup". Stativgewinde, Fächer für vier AA-Batterien (Alkali oder Nickel-Akkus) und ein Einschub für eine Compact-Flash-Card, ein Handriemen mit Objektivdeckel am Bändchen, das war's dann schon. Die "inneren Werte" offenbaren sich erst beim zweiten Hinsehen: Eine excellente Bildauflösung von 1760 x 1168 Pixeln und eine mitgelieferte Speicherkarte von 20 MB (man kann natürlich auch sowohl kleinere als auch größere verwenden). Aber das war es doch noch nicht: Beim Fotografieren geschieht ein Wunder: Gleich nach einer gemachten Aufnahme kann man erneut auf den Auslöser drücken - und es wird wirklich noch ein Bild aufgenommen. Sogar noch ein drittes ... dann muß man allerdings etwas warten, derweil im obligatorischen Funktions-LCD auf der Oberseite die Anzeige noch verfügbarer Aufnahmen blinkt.

Schnelle Reaktion der DC280

Auch wenn die Kamera keine automatische Serienbildfunktion hat, keine Blenden- oder Zeitvorwahl: Sie kann etwas, das bisher noch keine andere bietet: Während des Speichervorganges der eben gemachten Aufnahme(n) weitere ein oder zwei Bilder (in der höchsten Auflösung) schießen. Und sie reagiert nahezu augenblicklich auf die Betätigung des Auslösers. An einem Segelflugplatz habe ich die Probe auf's Exempel gemacht: Während der nur wenige Sekunden dauernden Startphase des von einer Seilwinde hochgerissenen Flugzeugs kann man zwei, drei Aufnahmen von nur Sekundenbruchteilen auseinanderliegenden Momenten beim Abheben schießen. Wegen der nur 60mm "Tele"-Einstellung mußte ich so nah an die Startbahn heran, daß mich der Flugleiter schließlich schreiend anwies: "Verlassen Sie den Rasen". Dennoch sind beeindruckende Aufnahmen gelungen (siehe Bildseiten). Auch hinsichtlich Schärfe, Belichtung und Farbwidergabe ist die Kamera im Vergleich mit anderen aktuellen Digitalkameras sehr zufriedenstellend, soweit ich es meinen Schnellversuchen entnehmen kann.

Getestet habe ich ein Vorserienmodell - es gab kein Handbuch, keine Übertragungssoftware, keine Kabel - und die Bitte der Presseagentur, bei Fehlern Nachsicht zu üben und bei Problemen Rücksprache zu suchen. Das einzige Problem war die Übertragung der Bilder - zunächst lag der Testkamera nur eine 8-MB-Compact-Flash-Card bei (ich lieh mir kurzerhand die 16-MB-Karte der Kodak DC 265 aus, vorübergehend auch noch eine 15 MB-Karte der Epson-Kamera). Ein zum Test mitgeschickter CF-Adapter zum Anschluß an den Parallelport mit Treibern für Windows 95 ließ sich unter W98 partout nicht installieren (Windows 98 hing sich sogar auf). Auf die Schnelle besorgte ich mir ein PCMCIA-Laufwerk (SCM SwapBox), anhand des der DC 265 beiliegenden Adapters für Compact-Flash-Cards (als Zubehör DM 30,-), den ich zunächst gar nicht beachtet hatte, erlebte ich dann einen wahren Geschwindigkeitsrausch beim Übertragen der Aufnahmen in den Computer (wenige Sekunden statt der über die serielle Schnittstelle zu erwartenden Viertel- bis Halbestunde). Über den vorhandenen USB-Anschluß der DC280 (siehe DC265) und das PAL/NTSC-Videointerface kann ich daher keine Aussagen machen. Auf der 20 MB-Compact-Flashcard sollen sich in der höchsten Auflösung 32 Bilder speichern lassen, was durchaus befriedigend ist (auf der "geliehenen" 16-MB-Karte waren es etwas mehr als 20). Im Rahmen dieser etwas hektischen Versuchsbedingungen gab es keine besonderen Probleme. Ganz interessant die von Kodak angegebenen Preise für Compact-Flashcards (siehe Ende der Seite).

Ich habe mit der Kamera ausschließlich im Freien fotografiert - und es hat durchaus Spaß gemacht. Sie richtet sich bewußt an den eher "unbedarften" Anwender (die Bedienung ist "eher" einfach, das Menü (auf dem rückwärtigen Farb-LCD) nicht zu komplex, fototechnischen Hokuspokus wie Blenden- oder Zeitvorwahl gibt es ohnehin nicht), eine Belichtungskorrektur (+/- 2 EVU) ist freilich vorhanden. Es ist seltsam, wie das Fehlen von kompliziert zu handhabenden technischen Funktionen, in Verbindung mit der Fähigkeit, sehr schnell (bis zu etwa 3) Bilder ohne "LED-Ampelwartephase" aufzunehmen, zusammen mit der sehr hohen Bildqualität in manchen Situationen deutlich mehr Fotolust erzeugen kann als sie die mit viel mehr Einflußmöglichkeiten ausgestatteten Kameras von Nikon oder Canon wecken. Die Entscheidung, der Kamera eine 20-MB-Speicherkarte beizulegen, ist auch sehr viel weiser als Nikons Knausrigkeit mit der 8-MB-Karte. Daß die DC280-Testkamera nur mit einer wohl zufällig aus dem Fundus gegriffenen 8-MB-Karte kam, will ich Kodak verzeihen und der Aussage über die Ausstattung des Serienmodells glauben. Mein Urteil lautet eigentlich: Ich war traurig, sie wieder hergeben zu müssen (was ich sonst am meisten noch bei der Nikon Coolpix 950 empfunden habe).

So gibt es - zunächst - gar nicht so viel zu sagen: Alles durchprobieren konnte ich nicht, was ich probierte, klappte problemlos und zufriedenstellend - ich habe ziemlich viele Aufnahmen gemacht, die Beispielseiten sprechen für sich. Bei allen getesteten Kameras gab es im "naiven praktischen Einsatz" Belichtungsfehler oder -Mängel und manchmal unerwarterte Verwackelungen, so auch bei dieser - aber eher wenige. Ich würde sagen: Kostete diese Kamera nur so viel wie eine vergleichsweise ausgestattete Kleinbild-Sucherkamera, würde ich letztere sofort dagegen eintauschen. So muß man sich halt überlegen, ob einem der digitale Spaß (bei vorhandenem High-End-PC und Fotodrucker) die angepeilten DM 1699,- wert ist. In gewisser Weise macht diese Kamera zusammen mit anderen Hoffnung darauf, was eigentlich doch bei Digitalkameras alles gehen könnte: Sofortige Aufnahmereaktion, mehrere Aufnahmen unmittelbar hintereinander, Zeit- und Blendenvorwahl, wenn gewünscht, bald wohl doch Auflösung entsprechend dem Kleinbild-Filmformat, schnelle Bildübertragung in den Computer. Und dann irgendwann noch Wechselobjektive und als Spitzenmodell eine "richtige" Spiegelreflex ... warten wir es ab!

Technische Daten Kodak DC265
Objektiv:Zoom 30 - 60 mm, Blende 3,0 - 3,8
Sucher:Optischer Zoomsucher sowie 1,8" TFT Farb LCD
Digital Zoom:Dreifach
CCD-Auflösung:1901 x 1212 Pixel
Bildauflösungen:1760 x 1168, 896 x 592
Schärfe:Automatisch, 0,5 m bis unendlich, Makro: 0,25 m bis 0,5 m
Belichtung:Automatisch, manuelle Korrektur +/- 2 EV in 0,5 EV-Schritten
Verschluß:1/2 bis 1/755 Sek.
Blende:Weitwinkel: 3,0 - 7,6; Tele: 3,8 - 9,6
Empfindlichkeit:Entspricht 70 ISO
Weißabgleich:Automatisch
Programmsteuerung:k. A.
Mehrfachaufnahmen:Nein, aber 2-3 Aufnahmen werden im Zwischenspeicher sofort abgelegt
Zeitrafferaufnahmen:k. A.
Lagesensor:-
Bildkennzeichnung:Zeit und Datumsstempel, Ränder
Alben:?
Selbstauslöser:10 Sekunden
Stativgewinde:Standard (klein)
Blitz:Mehrfachblitz (Automatisch, rote Augen, Aufhell, Aus), 0,5 bis 3 m (Weitwinkel), 0,5 bis 2,4 m (Tele)
Dateiformate:JPEG (EXIF)
Wechselspeicher:CompactFlash "Kodak Picture Card", 20 MByte mitgeliefert, speichert zwischen 32 und 245 Bilder je nach Auflösung
Steuerung:Grafisch, menüorientiert, diverse Tasten
Videoausgang:NTSC, PAL (einstellbar)
Schnittstelle:USB, PC card, Seriell
Stromversorgung:4 AA Batterien (mitgeliefert) oder optionales Netzteil
Besonderheiten:?
Abmessungen:133 mm (Breite) x 51 mm (Tiefe) x 76 mm (Höhe)
Gewicht:342 g ohne Batterien
Garantie:1 Jahr
Preis:1699,- DM

Systemanforderungen Windows

Systemanforderungen Mac

Webadresse zur Kodak DC280: http://www.kodak.com/US/en/digital/cameras/dc280/index.shtml

Nikon Coolpix 950

Fotobeispiele zur Nikon Coolpix 950

Schon auf den ersten Blick wirkt diese Kamera ungewöhnlich: Sie hat ein schwenkbares Objektiv, was das Gehäuse ein wenig wie eine geteilt umklappbare Autositzbank erscheinen läßt. Der rechte Teil, der als Griff ausgebildet ist, steht im Betrieb hochkant wie ein gewöhnliches Kameragehäuse, der linke Teil dagegen mit Sucher und Objektiv in "Fernrohrstellung" (siehe Bild). Das sieht zwar seltsam aus, erweist sich aber als durchaus praktisch - so drückt man auch die Nase nicht gegen das konventionell auf der Rückseite angebrachte LCD, wenn man durch den Zoomsucher blickt. Bleibt anzumerken, daß alle diese stark asymmetrisch konstruierten Kameras absolut auf Rechtshänder setzen.

Ebenso eigenwillig, aber genauso praktisch ist die Übertragungssoftware. Sie verwendet nicht die übliche Twain-Schnittstelle, sondern ein eigenes Protokoll für die serielle Schnittstelle und läßt den Kamerainhalt in einem besonderen Windows-Fenster erscheinen, fast so, als wäre sie ein Medium wie eine Festplatte oder Diskette. Die Bilddateien können als Liste oder als Miniaturbilder angezeigt werden, doppelklickt man eines, wird es aus der Kamera übertragen und in einem eigenen, beliebig vergrößerbaren Bildfenster angezeigt - gewissermaßen ohne "Bildverarbeitungsprogramm". Per Maus lassen sich die Bilder aber auch in ein Festplattenverzeichnis "ziehen". Verwirrend, wenn man das Fenster einmal geschlossen hat - es findet sich nirgends ein Programmaufruf - stattdessen erscheint es im Explorer oder Arbeitsplatzfenster als Kamera-Icon.

Schade nur, daß die Kamera noch keinen USB-Port hat, so daß die Übertragung der Bilder etwas dauert. Vorteilhaft, man erhält sie im Original-JPG-Format aus dem Kameraspeicher, so daß es beim Übertragen zu keinerlei ungewollten Veränderungen kommt (wie etwa, wenn man Bilder mit Corel Photopaint über Twain lädt).

Es stößt schon sehr auf, daß dieses Kleinod ohne Objektivdeckel geliefert wird - dafür aber mit einem (nicht abgebildeten) Kameratäschchen, das sie ganz umschließt. Dem fehlen eigentlich nur Fächer für Reserve-Flashcards und Akkus ... dafür kann man sie mit der Kamera darin bequem in die Hosentasche stecken.

Der Videoausgang ist je nach Herkunftsland, in dem die Kamera gekauft wurde, auf PAL oder NTSC eingestellt. Er gibt das Bild etwas zu groß wieder, so daß es auf einem normal eingestellten Fernseher an den Seiten beschnitten wird (oben und unten erscheint ev. ein schmaler schwarzer Streifen). Wie die Kodak blendet die Kamera die Menühinweise ein, was bei der Bildbetrachtung stört, aber abschaltbar ist. Eine "Diashow"-Funktion spielt alle Bilder mit einer einstellbaren Dauer automatisch ab. Bildkonturen zeigen ein störendes Flimmern, eine ernsthafte Beurteilung der Bildqualität ist nicht möglich, weil die Wiedergabequalität zu gering ist - ein 17"-Computermonitor ist einfach viel schärfer! Wie bei allen Kameras hat das mitgelieferte Videoanschlußkabel einen Cinch-Stecker für das Bildsignal, man benötigt ein Scart-Kabel mit passendem Adapter.

Das mattschwarze Gehäuse ist rundum aus Magnesium (bis auf den klapprigen Weichplastikriegel, der das Kartenfach abdeckt, und die etwas solidere Kunststoffklappe des Batteriefachs). Auch die Bedienungselemente und das Schwenkteil fassen sich solide an, manche der Knöpfchen sind aber arg winzig (jedenfalls für Männerhände), und sie reagieren bisweilen nur bei nachdrücklicher Betätigung, was aber eher eine gewollte Verzögerun zu sein scheint, die ungewolltes Auslösen reduziert. Das ebenfalls mit zwei recht winzigen Drucktasten, auf denen sich der Daumen leicht verirrt, betätigte Zoom reagiert sehr präzise, aber mit optisch etwas ungleichmäßiger Geschwindigkeit in den verschiedenen Bereichen. Die Kamera ist insgesamt sehr leise.

Das größte Manko der Kamera ist die nur 8 MByte große mitgelieferte Speicherkarte, auf die im Fein-Modus nur 8, unkomprimiert (HI-Modus) gar nur ein Bild passen. Hier "rächt" sich quasi die außerordentlich hohe Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln (bei angegebenen 2,11 Millionen Pixeln des CCD Bildsensors, obwohl man aus dem Bildformat nur 1,92 Millionen berechnet). Man sollte sich also mindestens noch eine 16 MByte Speicherkarte zulegen. Unkomprimiert ergibt sich ein Speicherbedarf von 5,7 MByte (dezimal gerechnet). Das erklärt, warum unkomprimiert nur ein einziges Bild auf die 8-MB-Speicherkarte paßt. Aber auch eine Bildbeurteilung auf dem Computermonitor stößt hier an ihre Grenzen: Auf einem 17-Zoll-Monitor kann man meist höchstens 1280 x 1024 als Auflösung einstellen (eine Grafikkarte mit typischen 8 MByte Speicher könnte das Bild aber noch darstellen, falls der Monitor die auflösungsbedingten hohen Videofrequenzen verkraftet, was eher bei einer Monitorgröße ab 19 Zoll zu erwarten ist). Sonst sieht man entweder nur Ausschnitte oder verkleinerte Bilder, was vor allem bei "ungeraden" Verkleinerungsfaktoren zu Treppeneffekten an Gegenstandskanten führt.

Laut der Fachzeitschrift c't sind selbst die derzeit im Heimbereich gängigen Fotodrucker von der Qualtität dieser Bilder überfordert - weshalb sich in jüngster Zeit "Digitale Fotodienste" etabliert haben. Nun druckt der Epson Stylus 750 auf A4 ein Foto der Coolpix 950 in 20 x 27 cm oder etwa 7,9 x 10,6 Zoll, ergibt bei 720 dpi 5688 x 7632 Bildpunkte - da muß man noch nicht fürchten, die Pixel der Kamera nicht mehr mit der Lupe erkennen zu können (tatsächlich sieht man sie an manchen Kanten durchaus noch mit freiem Auge), während die Tintentröpfchen selbst bei der höchsten Auflösung (horizontal 1440, vertikal 720 dpi) mit freiem Auge nicht mehr zu sehen sind. Das eigentliche Problem liegt demnach auch in der Farbqualität, die mit der von guten Fotopapieren in Reinheit, Leuchtkraft und vor allem Lichtbeständigkeit einfach noch nicht mithalten kann. Aber das ist natürlich kein Problem dieser Kamera!

Die Nennempfindlichkeit beträgt 80 ISO, sie läßt sich auf 100, 200 oder gar 400 ISO hochschrauben. Damit kann man auch bei schlechtem Licht noch ohne Blitz Stimmungen einfangen - allerdings entwickeln die Bilder dann zunehmend eine Art "Korn", genannt Bildrauschen.

Die Bildqualität ist in Auflösung und Kontrastbewältigung herausragend, eine der besten aller hier vorgestellten Kameras. Die Farbwiedergabe ist etwas kühl, Rot und Blau kommen sehr intensiv, grün eher dezent. Hauttöne werden von manchen Kameras wärmer und natürlicher wiedergegeben (z. B. die Epson).

Gerade wegen der hohen Qualität dieser Kamera und ihren vergleichsweise außerordentlich vielseitigen Möglichkeiten ist es besonders bedauerlich, daß sie keinen Spiegelreflexsucher hat. Einmal fotografierte ich durch regennasse Blätter, die Sonne brach gerade durch die Wolken, im funkelnden Licht eine nasse Landschaft - und alles Zielen mit dem Meßfeld half nichts, die Kamera stellte stur auf den Vordergrund scharf. Eile war geboten ... Minuten später war die Lichtstimmung schon wieder verschwunden; bis ich herausgefunden oder nachgelesen hätte, wie ich den Autofokus abgeschaltet und manuell auf Unendlich gestellt hätte, wäre es zu spät gewesen. Bei einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera wäre das ein einziger Dreh am Entfernungsring gewesen ...

Recht eindrucksvoll dagegen bei Nahaufnahmen der Einfluß der Blendenvorwahl, wenn man z. B. die Blende ganz öffnet (nur leider sieht man es erst, sobald man die Aufnahme mindestens auf dem Computerbildschirm groß anschauen kann). Auch Zeitvorwahl ist möglich. Die Belichtungsmessung läßt sich zwischen einer komplexen "nikonspezifischen" Matrixmessung und - man lese und staune! - Spot-Messung umschalten, was in Verbindung mit der Speicherung der Messwerte schon recht "professionell" ist.

Ich habe sehr gerne mit der Nikon Coolpix 950 fotografiert, da sie sehr vielseitig ist und ein professionelles Feeling hat, auch wenn sie noch lange nicht meiner "Idealkamera" entspricht. Immerhin bietet sie die meisten manuellen Einflußmöglichkeiten (Zeit oder Blendenvorwahl), ein einigermaßen lichtstarkes und weitreichenstarkes Zoom. Lächerlich ist die mitgelieferte 8 MByte-Speicherkarte, die sollte man schleunigst durch eine größere ersetzen und am besten wegen der doch recht umfangreichen Bilddateien einen PCM-CIA-Adapter anschaffen, falls man nicht ein entsprechendes Notebook hat.

Technische Daten Nikon Coolpix 950
Objektiv:Zoom 38 - 115 mm, Blende 2,6 bis 4,0
Sucher:Optischer Zoomsucher mit Dioptrienausgleich (-1/+2) sowie 2"-LCD (TFT, 130 000 Pixel)
Digital Zoom:1,25fach, 1,6fach, 2fach und 2,5fach
CCD-Auflösung:2,11 Millionen, 1600 x 1200 Pixel
Bildauflösungen:1600 x 1200, 1024 x 768 (XGA), 640 x 480 (VGA)
Schärfe:Autofokus, permanent arbeitend in 4746 Stufen oder bei halbgedrücktem Auslöser, manuell in 10 Stufen von 10 cm bis unendlich
Belichtung:Automatisch Matrixmessung (256 Segmente), mittenbetont oder Spot, Korrektur -2EV bis +2EV in 1/3-Stufen
Verschluß:8 sec - 1/750
Blende:3 Stufen im Programmmodus, je nach Brennweite: 2,6, 4,4, 7,5 Weitwinkel, 4,0, 6,8, 11,4 Tele.
Empfindlichkeit:Entspricht ISO 80
Weißabgleich:Automatisch, modusgesteuert nach voreing. Lichtsituationen: Helles Tageslicht, Tageslicht, bewölkt, Glühlampenlicht, Leuchtstofflampen, Blitzlicht; manuell mit Speichern und Wiederabruf gemessener Werte
Programmsteuerung:Automatik, Blenden und Zeitvorwahl (8 sec bis 1/500)
Mehrfachaufnahmen:Serienaufnahmen mit 1,5 Bildern/sec (volle Größe und normale Datenkompression) und Multi-Bild-Modus (bis zu 16 Bilder in einem 16tel der normalen Größe)
Zeitrafferaufnahmen:-
Lagesensor:-
Bildkennzeichnung:Bildnumerierung
Alben:-
Selbstauslöser:10 oder 3 Sekunden
Stativgewinde:Standard (klein)
Blitz:Eingebaut, Reichweite 3m/2m, Automatisch, Zwangsblitz, Aus, Langzeitsynchronisierung und Vorblitz zur Red. d. rote-Augen-Effektes. Blitzsynchronanschluß für externe Nikon-Blitzgeräte
Dateiformate:TIFF (Exif 2.1), JPEG
Wechselspeicher:CompactFlash, 8 MB mitgeliefert
Steuerung:Funktionstasten, Menüsteuerung
Videoausgang:PAL
Schnittstelle:RS-232C
Stromversorgung:Vier NiMH-Akkus und Ladegerät mitgeliefert, geht auch mit Alkali, Lithium und NiCd-Akkus. Netzteil als Zubehör
Besonderheiten:Filtergewinde, Vorsätze Fisheiye/Weitwinkel/Tele; Schwenkobjektiv; Tasche & Tragegurt
Abmessungen:143 x 76,6 x 36,6 mm
Gewicht:350 g (ohne Batterien)
Garantie:k. a.
Preis:1998,- DM

Webseite zur Nikon Coolpix 950: http://www.nikon.de/cp1.htm


Canon Powershot Pro70

Fotobeispiele der Canon Powershot Pro70

Die Powershot Pro70 ist eine recht solide Kamera, sie ähnelt von Gewicht und Abmessungen am ehesten einer herkömmlichen Kleinbild-Spiegelreflex, hat aber selbst nur einen optischen Zoomsucher und ein damit fest zusammengebautes, ziemlich großes Objektiv. Der optische Teil befindet sich in einem massiven Metallgehäuse, der Griffteil ist aus Kunststoff, wirkt aber ebenfalls recht gediegen und liegt gut in der Hand. Eine gute Idee ist das rückwärtig nach links aufzuklappende Display, das satt in Winkeln von 45 oder 90 Grad einrastet. Es bietet ein ziemlich rasch reagierendes, fast ruckfreies und brilliantes Bild. Zugeklappt ist das Display vor Verschmutzungen geschützt, und auch aufgeklappt - es ragt links über das Kameragehäuse hinaus - wird es nicht verdreckt, wenn man durch den optischen Sucher schaut. Das Objektiv ist mit Blende 2 im Weitwinkel und 2,4 im Telebereich außerordentlich lichtstark, wie ein Profiobjektiv für Kleinbildkameras. Allerdings ist der 2,5fache Brennweitenbereich nicht besonders groß: 28 bis 70 mm, auf KB umgerechnet. 28 mm ist ein stärkeres Weitwinkel als es die meisten anderen bieten, 70 mm aber eigentlich noch kein "Tele". Ziemlich seltsam ist das Problem der Kamera, daß sie bei hochaufgelösten Bildern die volle Blendenöffnung eigentlich nur im Dämmerlicht nutzen kann - im Freien, selbst am späteren Nachmittag, gibt es nur Überbelichtungen, weil sie keine hinreichend kurzen Belichtungszeiten beherrscht (siehe Bildbeispiele). Für den Outdoor-Einsatz eignet sich die Kamera daher leider nur eingeschränkt.

Die größte Besonderheit ist das abnehmbare Blitzgerät Speedlite 220EX, das gegen andere Canon-Blitzgeräte ausgewechselt werden kann. Da die Blitzröhre einen größeren Abstand vom Objektiv hat als bei den üblicherweise fest eingebauten Miniblitzen, ist ein rote-Augen-Effekt weniger zu befürchten. Leider kann man das mitgelieferte Blitzgerät nicht schwenken, um etwa indirekt gegen die Zimmerdecke zu blitzen.

Ein weiteres Schmankerl: Die Kamera hat zwei Slots für Flashpixkarten (eine 15 MB Karte wird mitgeliefert).

Das Handbuch begann schon beim ersten Aufblättern in unserem Testlabor zu zerfallen.

Über die verwendete Belichtungsmessmethode (Spot, mittenbetont, Matrix?) gibt es keine Angaben. Es scheint sich aber um eine Art mittenbetonter Messung zu handeln, die leider in manchen Situationen zur Überbelichtung neigt. Die Entfernungsmessung ist auch oft ratlos, wenn das in der Mitte des Suchers markierte Sensorfeld auf eine gleichmäßige Fläche gerichtet ist. Bei Sachaufnahmen vom Stativ ist das recht lästig.

Die Bildwiedergabe auf einem PAL-Fernseher ist recht gut, taugt aber - wie bei den anderen - kaum zur Qualitätsbeurteilung der Aufnahmen. Das Bild wird seitlich leicht beschnitten, oben und unten erscheinen schwarze Balken, weil das Format der Fernsehbildröhre nicht genau paßt. Im RAW-Format (unkomprimiert) aufgenommene Bilder erscheinen auf dem LCD sowie auf dem Fernsehbildschirm nur als winzige Bildchen - da gibt es anscheinend irgendwelche Umsetzungsprobleme. Wie bei allen Kameras hat das mitgelieferte Videoanschlußkabel einen Cinch-Stecker für das Bildsignal, man benötigt ein Scart-Kabel mit passendem Adapter.

Ich habe im Prinzip gerne mit der Canon Powershot Pro70 fotografiert, sie hat ein sehr professionelles Feeling. Der aufsteckbare Blitz, die Bedienung und auch das aufklappbare LCD sind sehr durchdachte Eigenschaften. Leider wird diese Begeisterung teilweise durch die Arbeitsweise wieder eingeschränkt - die Blendenvorwahl läßt sich bei hohen Auflösungen nur sehr eingeschränkt nutzen, die Belichtungsautomatik irrt sich ein bißchen oft in Richtung Überbelichtung, eine Zeitvorwahl gibt es nicht. Für Studioanwendungen bei entsprechender Sorgfalt ist das sicher eine nach dem derzeitigen Stand der Technik sehr gute Kamera, aber dem Amateur, der möglichst unbeschwert drauflosfotografieren möchte, ist sie kaum zu empfehlen.

Technische Daten Canon PowerShot Pro70
Objektiv:Zoom 28 - 70 mm, Blende 2,0 - 2,4
Sucher:Optischer Zoomsucher sowie 2"-Niedrigtemperatur-Polysilikon-Dünnfilmtransistor-Flüssigkristallanzeige
Digital Zoom:Nein
CCD-Auflösung:1,600,000 Pixel, 1536 x 1024
Bildauflösungen:1536 x 1024, 768 x 512
Schärfe:TTL-Phasenunterschiederkennungsverfahren (Autofokus), 0,32 m bis unendlich (Makro 12 cm bis unendlich)
Belichtung:Programmierbare TTL-Belichtungsautomatik, Blenden-Prioritäts-Belichtungsautomatik. Bereich EV 2-21 (kleines BIld), EV 3-17 (großes Bild). Korrektur +/- 2.0 in 1/3-Schritten
Verschluß:1/2 - 1/500 Sek (großes Bild/CCD RAW), 1/2 - 1/8000 Sek (kleines Bild)
Blende:Weitwinkel: 2,0 - 8,0; Tele: 2,4 - 8,0.
Empfindlichkeit:Entspricht 100 ISO - 400 ISO (400 für kleine Bilder bei schwachem Licht)
Weißabgleich:TTL-Automatik
Programmsteuerung:Blenden-Prioritäts-Belichtungsautomatik
Mehrfachaufnahmen:Max 20 Bilder (4 pro Sekunde) bei Modus "Kleines Bild"
Zeitrafferaufnahmen:-
Lagesensor:-
Bildkennzeichnung:-
Alben:-
Selbstauslöser:10 Sekunden
Stativgewinde:Standard (klein)
Blitz:Aufsteckbar (Blitzschuh) 220EX oder 380EX (Speedlite EX für EOS-Kameras), auch andere möglich
Dateiformate:JPEG und eigenes Canon-Format (CRW) für unkomprimierte Bilder
Wechselspeicher:CompactFlash, mitgel. 15 MByte
Steuerung:Grafisch, menüorientiert, diverse Tasten
Videoausgang:PAL
Schnittstelle:RS-232C, Video-Out, Fernsteuerung, CF-Karten-Steckplätze (Steckplatz 1 ist Typ-II-kompatibel)
Stromversorgung:Nickelhybrid-Batterie-Pack NB-4H, Lithium-Batterie 2CR5, Stromversorgungsadapter (Netzteil)
Besonderheiten:Schulterriemen, Objektivdeckel, auswechselbarer Blitz (Blitzschuh), ausklappbares LCD
Abmessungen:145 mm (Breite) x 132 mm (Tiefe) x 85 mm (Höhe)
Gewicht:690 g ohne Batterien
Garantie:?
Preis:?

Systemanforderungen Windows

Ab Windows 95 oder NT 4.0

Systemanforderungen Mac

Macintosh

Webseite zur Canon Powsershot Pro70: http://www.canon-europa.com/products/products.html

Deutsche Canon-Homepage: http://www.canon.de/f/home


Epson PhotoPC 750Z

Bildbeispiele Epson Photo PC 750Z

Die Epson "PhotoPC" macht zunächst einen zwiespältigen Eindruck. Ein schlichtes Plastikgehäuse in eher klobig-kantig bis kurvigen Design, und eine seltsame Zoomtaste, die man nach oben oder unten drücken muß, wobei es sich so anfühlt, als sei sie nur etwas wacklig - das Zoom spricht dann auch manchmal nur stockend oder gar nicht an, als hätte die Taste einen Wackelkontakt. Der optische Zoomsucher macht auch den Eindruck einer billigen Plastikoptik mit auffälligen Verzerrungen in unterschiedlichen Bildbereichen. Auf der Rückseite gibt es einige Tasten, über deren Funktion man erst einmal rätselt. Andererseits fallen Details auf wie eine Sperre für das Funktionsrad (On, Off, Play und View, letzteres bedeutet das Einschalten des LCD auf der Rückseite als Sucher oder Einstelldisplay), ein Objektivdeckel am Bändchen, plus Schulterriemen und zusätzlich eine Kameratasche (das hat nicht mal die Nikon Coolpix zu bieten, die wegen Täschchens auf den Objektivdeckel zu verzichten scheint). Erfreulich die beiliegende 15-MByte Flashcard. Mitgeliefert werden auch Ni-MH-Akkus und Ladegerät, serielle Kabel für Windows (dh. PC!) und MacIntosh sowie ein Videokabel. Außerdem lagen dem Testgerät je eine mit Filzstift beschriftete Writetable CD für Windows und Mac bei, von denen die Windows-Version eine ganze Armada von Software auf den Rechner installierte. Das Handbuch, ein schmales Bändchen, war aber schon fertig, es informiert knapp in zahlreichen Sprachen, auch Deutsch, über einige der vielen Funktionen und Programme in Form einer Kurzanleitung und verweist im Übrigen auf zwei Online-Handbücher. Die ließen sich aber später unter den Programmgruppen und auf der vorläufigen CD nicht finden, fehlen also offenbar auf den vorläufigen Installations-CDs. Wegen der technischen Daten mußte ich daher auch mal wieder den Griff ins Internet tun ...

Überraschend dann die doch recht hohe Bildqualität: Bei einer Auflösung von 1280 x 960 Pixeln (in Farbe) wirken sogar Landschaftsaufnahmen am Bildschirm durchaus überzeugend. Wir haben zum Vergleich am selben Tag die Nikon Coolpix 950 mitgenommen (1600 x 1200). Wie zu erwarten wirken die Aufnahmen der Coolpix feiner, in den Farben sind sie kühler und im Kontrastumfang differenzierter. Die PhotoPC schlägt sich dennoch wacker, liefert warme Farben (Gras vielleicht etwas zu gelblich), belichtet sehr brauchbar. Schatten rußen leicht zu, aber die spontane Bildwirkung ist warm und natürlich.

Das Zoomobjektiv mit einem zu Kleinbild äquivalenten Brennweitenbereich von 34 bis 102 mm (normales Weitwinkel bis mittleres Tele) bei einem Blendenbereich von 2,8 (Weitwinkel) bis 4,7 (Tele) entspricht etwa den preiswerten Zooms für Kleinbildkameras, wobei der Anfangswert (Blende 2,8 im Weitwinkelbereich) sogar recht gut ist.

Die Kamera kann anhand des mitgelieferten seriellen Mac-Kabels direkt an einen Epson Stylus Color 600, 800, 850 oder Epson Stylus Photo-Drucker angeschlossen werden, um Bilder auszudrucken.

Die Video-Bildwiedergabe auf PAL-Fernseher ist erstaunlich scharf und ruhig (kaum Konturenflimmern), bis auf einen leichten Versatz des Bildes nach links mit unruhiger Kante. Bildbeurteilung annähernd möglich.

Diese Kamera liefert bessere Ergebnisse, als es ihr "Feeling" erwarten läßt. Wenn nur die Bedienungselemente ein wenig liebevoller und solider gestaltet wären, könnte man sie als "gut" bezeichnen. Die Bedienung ist nicht immer ganz einfach. Positiv sind die Bildqualität, der große Zoombereich und die ausreichend große mitgelieferte Compact-Flash-Karte. Für den Profi bietet sie allerdings wenig gestalterische Freiheiten.

Technische Daten Epson PhotoPC 750Z
Objektiv:Zoom 34 - 102 mm, Blende 2,8 und 8,0
Sucher:Optischer Zoomsucher sowie 2"-Niedrigtemperatur-Polysilikon-Dünnfilmtransistor-Flüssigkristallanzeige, wahlweise mit Lichtschacht durch Sonnenlicht beleuchtet, Bildrate 30/sec
Digital Zoom:zweifach
CCD-Auflösung:1,228,800 Pixel, 1280 x 960
Bildauflösungen:1600 x 1200 (interpoliert), 1280 x 960, 640 x 480
Schärfe:Autofokus mit Schärfespeicher 0,8 m bis Unendlich, Makro 0,20m bis 0,80m
Belichtung:Automatisch mit Belichtungskorrektur +/- 2 Stufen
Verschluß:Automatisch elektronisch gesteuerte mechanische Irisblende, 1/4 bis 1/750 sec ohne, 1/30 bis 1/750 mit Blitz
Blende:2,8 und 8,0 (keine Angabe zu Brennweitenabhängigkeit)
Empfindlichkeit:Entspricht ISO 90/180/360
Weißabgleich:Automatisch/Fix 5200 Kelvin/Benutzereinstellung
Programmsteuerung:Automatische Belichtung
Mehrfachaufnahmen:-
Zeitrafferaufnahmen:-
Lagesensor:-
Bildkennzeichnung:-
Alben:-
Selbstauslöser:10 Sekunden
Stativgewinde:Standard (klein)
Blitz:Eingebaut, Reichweite 0,2 - 2,3 m, Automatisch, Zwangsblitz, Aus und "Slow Synchronized" (?)
Dateiformate:JPEG
Wechselspeicher:CompactFlash, 15 MByte mitgel., laut Herst. Bilder auf 12 MB: HyPict 16, Super Fine 26, Fine 54, Standard 178
Steuerung:Funktionstasten, teilweise Anzeige bei eingeschaltetem Display
Videoausgang:PAL
Schnittstelle:RS-232C (bis 230 kbps mit Hochgeschwindigkeitsport), Kabel f. PC und Mac, Video-Out (PAL)
Stromversorgung:Vier NiMH-Akkus und Ladegerät mitgeliefert, geht auch mit Alkali, Lithium und NiCd-Akkus. Netzteil als Zubehör
Besonderheiten:HyPict-Technik: Interpoliert 1600 x 1200 Pixel; Wasserzeichen (geheime Bildmarkierung); LCD kann auch mit "Sonnenlicht" beleuchtet werden (spart Batteriestrom)
Abmessungen:k. a.
Gewicht:690 g ohne Batterien
Garantie:1 Jahr für Kamera, 90 Tage für NiMH-Akkus und Lader (amer. Webseite)
Preis:?

Systemanforderungen Windows

Systemanforderungen Mac

Webadresse zur Epson PhotoPC 750Z: http://www.epson.com/cam_scan/cameras/photopc750z/


Canon CanoScan FS 2710

Fotobeispiele zur Sonnenfinsternis

Bei diesem Gerät handelt es sich um einen speziellen Filmscanner für 35 mm Filmstreifen oder gerahmte Dias im Kleinbild-Format oder APS. Wie bei allen Geräten mit SCSI-Interface ist die PC-Installation ziemlich kompliziert und verlangt gewisse Fachkenntnisse, so daß man sich am besten an eine Fachkraft wenden sollte. Die Installation wird aber im Handbuch (Kurz-Betriebsanleitung, ausgedruckt) ausführlich erklärt, so daß jeder klarkommen sollte, der es gewohnt ist, seinen Rechner gelegentlich aufzuschrauben. In diesem Fall klappte es aber ziemlich reibungslos mit einer im Rechner installierten SCSI-Interface-Karte. Dem Gerät liegt eine einfache SCSI-Schnittstellenkarte für Windows-Rechner bei, für die allerdings "nicht garantiert wird", daß sie auch mit mehreren in Reihe geschalteten Geräten funktioniert, sowie Anschlußkabel mit Adapter (für Macintosh). Da der Scanner an der bereits eingebauten SCSI-PCI-Karte (Dawicontrol) unter Windows 98 problemlos funktionierte, habe ich mir ein Ausprobieren der mitgelieferten Karte (ebenfalls für PCI-Bus) erspart.

Es gibt einen Twain-Treiber (CanoCraft FS, läßt sich auch als Stand-Alone starten, um Bilddateien zu speichern, zu drucken oder zu faxen), ein Programm zum direkten Drucken (CanoCraft FS Kopie) sowie ein Plug-in-Modul für Macintosh. Ein ausführlicheres Bedienungshandbuch kann von CD-ROM gelesen werden (deutsch, italienisch, englisch, französisch, spanisch, je für Windows oder Macintosh).

Mit einer Auflösung von 2720 DPI gewinnt man professionelle Dia- oder Filmscans. Der Vergleich der Wiedergabe eines Dias, das früher mit einem professionellen Nikon-Filmscanner (nachschauen) mit 2700 DPI eingescannt wurde, ergab ein verblüffendes Ergebnis: Wo beim Nikon in starker Vergrößerung undschöne Streifen und Pixeleffekte sichtbar werden, ist das Bild des Canon FS 2710 sehr ruhig und noch etwas detaillierter. Hauttöne erscheinen wärmer, das Himmelsblau allerdings blasser (ohne Korrektureingriff in die Farbwiedergabe). Es ist allerdings etwas knifflig, die richtige "Belichtung" einzustellen: Mit den Vorgabewerten kamen alle Dias erst einmal zu dunkel. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr vielseitig, erfordern aber Übung und etwas Fachkenntnis. Die Erläuterung der einzelnen Einstellungen in der Hilfe könnte etwas ausführlicher sein. Der Effekt "Sprenkel entfernen" läßt zwar im Vorschaubild verblüffenderweise Stäubchen verschwinden, hat aber auf den endgültigen Scan einen ganz anderen, so nicht zu beurteilenden Einfluß und verwischt auch Aufnahmedetails (etwa Haare ...).

Die bei der Nennauflösung von 2720 DPI eingescannten Dias ergaben Bilder von ca. 2400 x 3700 Pixeln, was eine Dateigröße von 26,6 MByte (dezimal) ergibt (x 3 Byte für die drei Grundfarben). Zum Vergleich: Die 1600 x 1200 Pixel der Nikon Coolpix liefern Dateien von theoretisch 5,67 MByte (unkomprimiert). Die aus dem Diascan gewonnene Informationsmenge ist also 4,625 mal größer - ein Maß für die Abschätzung, wie weit die Auflösung von Digitalfotos noch von denen auf herkömmlichem Kleinbildfilm entfernt ist. In jedem Fall gelang es bei mittelempfindlichen Filmen das Korn sichtbar zu machen. Die Scangeschwindigkeit und Übertragung sind recht zufriedenstellend. Sporadisch verlangt das Gerät aber bei einem Scanstart, den Film bzw. das Dia herauszunehmen, und sich (neu) zu kalibrieren, was einige Sekunden dauert, aber keine weiteren Maßnahmen erfordert - danach wird dann das Wiedereinsetzen der Vorlage verlangt.

Der (verspätet nachgelieferte) Filmhalter ist aus Kunststoff, macht aber einen einigermaßen soliden Eindruck. Leider verkannten die Negative etwas, wenn der Halter sehr weit aus dem Scanner ragt (man kann sich damit behelfen, den Filmstreifen für die Randbilder umgekehrt einzulegen, so daß der Halter dann sehr weit eingeschoben wird). Für jedes neue Bild muß man den Halter herausnehmen und einen Rahmen verschieben.

Schwarzweiß-Negativ-Scans

Mit zu dichten oder zu dünnen Negativen hat der Scanner Probleme - beispielsweise werden mit bloßem Auge sichtbare, aber sehr knapp zeichnende Schatten nicht mehr aufgelöst. Auch die anpaßbare Belichtungssteuerung hilft hier nicht immer weiter - häufig sind die Scans auch zu hart, so daß man nicht den gesamten Kontrastumfang abbilden kann (die zahlreichen Einstellungen für Gamma und Gradationskurve helfen nicht, da sie offenbar nur die immer gleich erfaßten Sampledaten unterschiedlich bewerten). Überraschenderweise kann es aber helfen, wenn man SW-Negative als Dia scannt. Natürlich erhält man dann ein negatives Bild, dieses läßt sich aber u. U. schon in der Scansoftware invertieren, es entstehen differenzierte und weiche Positive, die den vollen Kontrastumfang enthalten. Je nach Filmsorte kann dabei ein charmanter Chamois-Ton entstehen - selbstverständlich kann man das Bild auch mit nachfolgender Software ins SW-Format konvertieren, falls die Farberscheinungen stören.

Negative sind nicht immer ideal - beispielsweise erhält man bei Theaterfotografie meist sehr kontrastreiche Aufnahmen. Hier ließ sich das Gesicht einer Schauspielerin mit dem SW-Negativscan beim besten Willen nicht mehr abgestuft darstellen. Als "Farbdia" gescannt, ins SW-Format umgewandelt und danach etwas im Kontrast verstärkt entstand dennoch ein wunderbares Bild!

Der Farbnegativ-Modus produzierte an manchen Bildstellen merkwürdige Farbränder, zum Beispiel rein gelbe Säume oder rote Streifen - sowohl bei Farb- wie auch bei SW-Negativen. Ob das ein Hardware- oder (vermutlich eher) ein Softwarefehler ist, kann ich nicht sagen. Unterschiedliche Maskenfarben werden von der automatischen Farbkorrektur berücksichtigt.

Insgesamt ein sehr professionell wirkendes Gerät. In die vielfältigen, einiges Fachwissen erfordernden Einstellmöglichkeiten der Software muß man sich geduldig einarbeiten, die Bedienung ist aber recht zufriedenstellend. Wünschen würde ich mir aber mehr Einflußmöglichkeiten auf die tatsächlichen Scanparameter, so daß man bei Negativen ungünstiger Dichte oder Gradation nicht zu den geschilderten Tricks greifen muß. Im Farbnegativscan befindet sich vermutlich ein Softwarefehler. Der Filmhalter könnte eine exaktere Führung vertragen. Einzeln eingeschobene Dias fielen manchmal, wenn man die Führung verfehlte, ins Innere des Gerätes (sie lassen sich aber nach Öffnen der Fronttüre wieder herausholen). Einen ebenfalls mitgelieferten Adapter für unzerschnittene KB-Filme habe ich mangels Material nicht ausprobiert.

Technische Daten CanoScan FS2710 Filmscanner
Typ:Beweglicher Filmtransportschlitten/Desktop-Modell
Scanelement:CCD 3-Linien Farbbildsensor
Lichtquelle:Weiße Xenon Kaltkathodenlampe
Scanauflösung:2720 dpi
Scan-Modus:Farbe/Graustufen/Schwarzweiß
Scanabstufungen:12-bit Scannen/8-bit oder /12-bit-Ausgabe
Maximale Scandichte:3,2
Scangeschwindigkeit:
35 mm Positiv:
35 mm Negativ:
IX240 Positiv:
IX240 Negativ:

13/20/25 Sek. (umschaltbar)
13/26/39/52/78 Sek. (umschaltbar)
10/15/20 Sek. (umschaltbar)
10/20/30/40/60 Sek. (umschaltbar)
Effektiver Scanbereich
35 mm:
IX240:

24,0 x 36,0 mm (+/- 0,1 mm)
17,4 x 31,3 mm (+/- 0,1 mm)
Fokus-Modus:Auto/Manuell
Vorscan-Geschwindigkeit:7 Sek./175 dpi, Positiv
Vergrößerung:5% - 200%
Schnittstelle:SCSI II
Schnittstellenanschlüsse:50 Pin Halb-Abstand (Half-Pitch)
Stromversorgung:AC 100-240 V, 50 - 60 Hz
Energieverbrauch:Standby max. 18 W
in Betrieb max. 30 W
Außenmaße (B x T x H):85 x 321 x 147 mm
Gewicht:Ungefähr 2,2 kg
Preis:1598,- DM

Webseiten zum CanoScan FS 2710: http://www.canon-europa.com/products/products.html, deutsche Homepage: http://www.canon.de/f/home


Epson Stylus Photo 750

Der Epson Stylus Photo 750 wird von Epson als echter Fotodrucker bezeichnet, der mit 6 statt der üblichen 4 Tinten druckt (helles und dunkles Rot, helles und dunkles Blau, Gelb und schließlich Schwarz in einer getrennten Patrone. Dieses Konzept scheint aber demjenigen von professionellen Geräten, die tatsächlich mit sechs Farben und ohne Schwarz drucken, in bestimmten kritischen Situationen unterlegen zu sein.

Die Software-Installation ist problemlos, obwohl das Anzeigefenster des Installationsprogramms durch ungewohnte Symbole ohne Hints etwas verwirrend erscheint.

Ein Übeltäter irritiert zu Anfang

Der erste Ausdruckversuch nach der Installation mit "Photo-Quality - Inkjet Paper" unter Corel Photopaint 7 geht gründlich daneben - alle Schatten total schwarz zugerußt, die Lichter grell, Hauttöne grotesk übersteigert. Ein Blick in das Handbuch zeigt, daß es außer der Papiersorte noch spezielle Einstellungen, zum Beispiel für "Digital Kamera" gibt. Den zweiten Versuch starte ich damit, ohne etwas weiteres zu verändern, obwohl die Einstellung "Hart" auffällt (was ja gerade der Fehler des ersten Druckversuches war - grotesk zu harte Farb- und Helligkeitswiedergabe).

Der zweite Versuch fällt mit minimalen Unterschieden der Farbwiedergabe genauso schlecht wie der erste aus.

Dritter Ansatz: Ich schalte bei Farbton auf "Normal". Das Ergebnis ist fast unverändert - und unbrauchbar.

Nun entdecke ich in Corel Photopaint 7 im Druckerdialog ein Kästchen "Farbprofil verwenden" und deaktiviere dies. Beim nächsten Versuch entfällt die lange Druckvorbereitung ... es verbleiben nur die 9-1/2 Minuten des eigentlichen Druckens. Tatsächlich fällt das Ergebnis bei diesem vierten Versuch zum ersten Mal einigermaßen akzeptabel aus - der Übeltäter war also Corel Photopaint 7, auf einem neuen Rechner frisch installiert ... Trotz des schnellen Rechners dauerte es eineinhalb Stunden, um dies herauszufinden.

Ähnlichkeit mit einem "richtigen Foto" hat aber erst der Ausdruck auf dem speziellen, glänzenden Fotopapier. Mit freiem Auge sind keine Tintentröpfchen zu erkennen, aber der Übergang zwischen verschieden hellen Hauttönen ist etwas hart und manchmal unnatürlich, Schatten wirken im Gesicht fleckig. Der Druckertreiber hellt auch in der automatischen Einstellung dunkle Bildpartien auf, was an sich ganz gut wäre - würde nicht die Bildstruktur dadurch oft völlig zerreissen.

Zugegebernmaßen enthielt das Ausgangsfoto sehr starke Lichtkontraste - im Vordergrund ein Gesicht im indirekten Licht auf einer Terasse unter einem Balkon, im Hintergrund eine von der Sonne direkt beschienene Gartenidylle.

Der Ausdruck eines hochaufgelösten Diascans (Flavia am Strand, Nikon Filmscanner) auf A3 wirkt auf den ersten Blick sehr "fotorealistisch", dennoch stören an Licht-Schatten-Übergängen auf der Haut grünlich-graue Bereiche. Offenbar haben alle Amateur-Fotodrucker ein Problem, komplizierte Töne (wie Hautfarbe) in Licht und Schatten korrekt wiederzugeben - es kommt zu einem Hin und Her zwischen Hell-Dunkel, das sich in streifigen Rot-Grün-Abweichungen äußert. Hier liegt das Problem wohl in dem dunkelhäutigen Modell - wenn Hauttöne, dann bitte europäische in günstigem Licht!

Unter günstigen Umständen produziert der Drucker auch recht ansprechende Hauttöne - er mag es nur offenbar nicht, wenn eine Hautfläche im Schatten liegt, beispielsweise bei Gegenlicht oder einem Bein unter dem Tisch.

Der Versuch, das Ergebnis durch Anklicken von "Fotorealistisch" zu verbessern, ist kontraproduktiv - diese Einstellung verstärkt die Kontraste noch, wie die Hilfe verrät. Der Druckertreiber enthält eine Vielzahl von Korrekturmöglichkeiten, da man deren Wirkung aber nur durch einen erneuten Ausdruck erkennt, ist das eine extram langwierige und teure Angelegenheit.

Die Bedienung des Druckers ist dagegen recht einfach und unproblematisch.

Der Vorgang der Druckaufbereitung eines Bildes mit 1600 x 1200 Pixeln (Nikon Coolpix 950) dauert auf einem Pentium II / 400 MHz mit 256 MByte RAM 30 Sekunden, der Ausdruck selbst in der höchsten Qualitätsstufe 14 Minuten, insgesamt also fast eine Viertelstunde.

Nach wie vor ist also das Drucken der problematischste Teil der digitalen Fotoverarbeitung. Sehr groß ist auch der Einfluß der Papiersorten, man sollte wirklich mit den vom Hersteller empfohlenen Papieren anfangen und andere, wenn überhaupt, erst mal in kleinen Stückzahlen zum Testen kaufen, um dann ein und dasselbe Foto mit identischen Einstellungen zu drucken.

Technische Daten Epson Stylus Photo 750
Prinzip:Piezo-Tintenstrahldrucker im Drop-on-Demand-Verfahren, 6 Farben
Düsenanordnung:Schwarz: 48
Farbe: je 48 für Cyan, Magenta, Gelb, Hellcyan und Hellmagenta
Auflösung:Maximal 1440 x 720 dpi (B x H)
Druckrichtung:Bidirektional mit Druckwegoptimierung
Eingangspuffer:256 KByte
Papierformate:A4 (210 x 297 mm)
A5 (148 x 210 mm)
B5 (182 x 257 mm)
Letter (216 x 279 mm)
Legal (216 x 356 mm)
Half Letter (139,7 x 215,9 mm)
Executive (184,2 x 266,7 mm)
Papiersorten:Normalpapier und spezielle Epson-Druckmedien
Schnittstellen:8-Bit-parallel, seriell (RS-423 bis 1,8 Mbps) und USB (bis 12 Mbps)
Abmessungen (B x T x H):429 x 609 x 292 mm (im Betrieb)
Gewicht:5,2 kg
Preis:?

Webseite zum Epson Stylus Photo 750: http://www.epson.de/product/printer/styph750/


Ja lohnt sich das denn?

Es hat sich allerhand getan auf dem Gebiet der für Amateure erschwinglichen Digitalfotografie. Einerseits scheint der Umstieg (oder Neueinstieg) in das eine oder andere neue Gerät jetzt lohnend. Man sollte aber immer bedenken, daß der technische Fortschritt noch voll im Gange ist, und entsprechend abwägen, ob jetzt investiertes Geld sich wirklich lohnt, da so eine Kamera zwischen 1500 und 2000 DM doch recht schnell veraltet (demgegenüber ist meine vor über 20 Jahren für ca. 4000,- DM angeschaffte Spiegelreflexausrüstung, sieht man von technischem Schnickschnack ab, immer noch ziemlich brauchbar - ich kann modernste Filme verwenden und finde im Notfall immer noch ein spezielles gebrauchtes Objektiv bzw. jüngst einen Telekonverter für die Sonnenfinsternis-Aufnahmen). Für den praktischen Einsatz liegen die Hauptengpässe in der Speicherkapazität mancher Kameras, der Übertragungsgeschwindigkeit zum Computer (Notebook oder PC mit PCMCIA-Interface dringend zu empfehlen) sowie der Qualität und Dauer von Ausdrucken auf einem Fotodrucker (dagegen kann man ins Feld führen, daß digital archivierte Fotos weder verblassen, verstauben noch verschrammen). Auch die Stromversorgung der Kameras ist immer noch kritisch - einige Sätze NiMH-Akkus sollte man schon vorhalten (wobei spezielle Batteriepacks wie bei der Canon immer ein Ärgernis sind - enthalten sie doch vermutlich ohnehin Standardakkus). Von daher sollte die Kamera von heute einen USB-Port besitzen, mindestens mit einer 16 MB Flashcard ausgerüstet sein (optional besser noch größer) und wenigstens die grundlegenden fotografischen Gestaltungstechniken unterstützen. So recht sehe ich diese Idealkamera noch nicht (vom echten Mattscheibensucher oder einem gleichwertigen digitalen Ersatz und Wechselobjektiven noch gar nicht zu reden). Am nächsten kommt in Punkto Bildqualität und Funktionsumfang der Traumkamera derzeit die Nikon Coolpix 950. Die Kodak DC265 und DC280 haben aber als einzige einen schnellen USB-Port, und die Canon Powershot Pro70 das lichtstärkste Objektiv (wenngleich es im Telebereich nicht mit anderen mithalten kann). Die Nikon liegt in der Kombination von Brennweitenbereich, Bildauflösung, Meßmethoden und Blenden/Zeitvorwahl derzeit jedenfalls weit vorne und der ernsthafte Fotoamateur (oder auch Profi) wird mit ihr liebäugeln (auch wenn die Kodak DC280 schon wieder eine etwas höhere Auflösung bietet). Wer eine möglichst einfache und in der Praxis unproblematische Kamera möchte, die wirklich gute Bilder "kann", dem sei die neue Kodak DC280 wärmstens empfohlen.

Einerseits macht Digitalfotografie inzwischen wirklich Spaß - aber "das Fotoereignis des Jahrhunderts" - die Sonnenfinsternis: Was hätte ich da mit einer dieser Digitalkameras anfangen sollen? Eine Telebrennweite von mindestens 400 mm? Keine Chance. Also mußte der über 20 Jahre alte Oldtimer herhalten - frische hochmoderne Filme (Agfa RSX II) bei Sauter in München besorgt - und dann (Entwicklung am nächsten Tag im Fachlabor Pfaffenbichler in München dauert 2 Stunden und ist nicht ganz billig, die Wartezeit verbringe ich in der neuesten Ausstellung im Haus der Kunst) ab in den Scanner und nach ein, zwei Tagen sind die Bilder im Internet (theoretisch hätte ich sie noch am gleichen Abend hochladen können, aber wer will sich all die Fahrerei am Staumittwoch antun ... und ein bißchen Sorgfalt bei der Gestaltung der Webseite kostet auch Zeit). Ja, digital hätte ich mindestens einen Tag schneller sein können - aber immer noch nicht genauso gut!

Flashcards universell verwendbar

Eine aus einer anderen Kamera "geklaute" 15-MB-Flashcard funktionierte in der Nikon ohne weiteres (solche Karten werden zum Testzeitpunkt Ende Juli 99 von gewissen Versendern schon für wenig mehr als 100 DM angeboten, eine 48 MB Flashcard "für Kodak" für 275 DM). Überlegenswert ist auch die Anschaffung eines entsprechenden Interfaces für den Rechner, um die Karte auch ohne Kamera auslesen zu können (ab ca. 120 DM). Kodak nennt für Compact-Flash-Karten folgende Richtpreise: 20 MB 199,- DM, 32 MB 289,- DM, 48 MB 379,- DM, 64 MB ca. 550,- DM.

Um vorhandenes fotografisches Material und Gerät weiter zu nutzen und auf höchster Qualitätsstufe in die digitale Fotoverarbeitung einzusteigen empfiehlt sich nach wie vor die Anschaffung eines professionellen 35mm-Filmscanners - der CanoScan FS 2710 scheint ein guter Kandidat zu sein. Nicht zu vergessen, daß man wirklich einen High-End-PC braucht, um mit der digitalen Bildbearbeitung einigermaßen glücklich zu werden.

Was das leidige Druckproblem betrifft, trauere ich immer noch dem HP PhotoSmart Photo Printer (Hewlet Packard) nach. Der druckte Flavia ohne grüne Streifen auf ihrem schönen kakaobraunen Körper.

Johannes Leckebusch