Digital Foto 2
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Die digitale Revolution der Fotografie

Mail an Johannes Leckebusch
Mail an den Autor

Diese Seiten werden immer wieder ergänzt - siehe Digital III - Verfremdungen. Datum: 30. 8. 1997 (C) aller Fotos by Johannes Leckebusch 
Ja, ich gebe es ja zu: Bis vor kurzem war ich selbst noch sehr skeptisch, was digitales Fotografieren anbelangt. Digitale Fotos haben Pixel, sind schlecht aufgelöst, haben grobe oder falsche Farben. Digitale Kameras sind primitiv, haben nur Fixfokusobjektive im leichten Weitwinkelbereich, nur einen billigen Sucher oder gar keinen - und stattdessen nur ein briefmarkengroßes LCD, auf dem man an einem sonnigen Tag sowieso nichts erkennen kann.
Schliersee 105 JPG
Das nebenstehende Bild "Ungenutzte Blicke auf den Schliersee" ist eine Digitalaufnahme mit der DC120 von Kodak (siehe weiter unten) in Originalauflösung 1280 x 960 Pixel, allerdings in der Anzeige auf die Hälfte verkleinert. Außerdem wurde die Datei mit JPEG von ursprünglich 3,52 MByte auf 83 KByte komprimiert. Das ist aber selbst bei Darstellung in Originalgröße auf dem Bildschirm kaum zu erkennen. Wenn Sie die Datei abspeichern, können Sie sie - bis auf leichte Artefakte, die JPEG erzeugt hat - in Originalauflösung betrachten (auch mit Rechtsklick auf das Bild und "View Image"). Die Bänke stehen beim Kurzentrum am Ufer des Schliersees.

Ich bin hier umgeben von zauberhaften Fotos und Drucken. Manche Drucke sind A2 groß (Canon BJC 5500), andere haben eine derartig hohe Auflösung und Farbdifferenzierung (HP Photo Smart Printer), daß man - wählt man ein digitalisiertes Dia als Quelle - nicht erkennen kann, daß das kein "echtes" Foto ist. Eines ist jedenfalls klar: Nimmt man einen professionellen Film/Diascanner, erzeugt genügend große Dateien (so 20-30 MByte sollten, bis zu 100 MByte können es schon mal sein) und benutzt dann einen "Fotodrucker" zum Ausdruck, entspricht die Qualität inzwischen wirklich der von Vergrößerungen auf chemisch verarbeitetem Fotopapier. Allerdings braucht man dazu auch teure Spezialpapiere und Fotodrucker, die mit sechs Druckfarben arbeiten. Mehr darüber vielleicht einmal auf einer Seite über Farbenlehre und Drucktheorie.

Wie aber steht es mit dem direkten "digitalen Fotografieren"? Morgens oder nachmittags mit der digitalen Kamera losziehen und abends schon die digital erzeugten Vergrößerungen ausdrucken. Ja, es geht. Am schönsten ist es natürlich, wenn man zu zweit loszieht - wie käme man sonst zu einem solchen Portrait von sich selbst (rechts). Das hat Anneliese aufgenommen (links). Die Qualität der Bilder ist noch deutlich geringer als die von gescannten Dias. Mit einer der neuesten Kameras (DC 120 von Kodak) bekommt man aber auf einem Fotodrucker im Format 18x24 (etwa A4) Bilder, die nur bei genauerem Hinsehen - wenn überhaupt - als "digital" erkennbar sind (naja, sie sind - unkomprimiert - ja auch nur um 3 MB groß). Sicher - Schärfe und Tonvielfalt können mit Kleinbild noch nicht mithalten, aber erst bei wesentlich stärkeren Vergrößerungen als auf A4 werden Pixeleffekte klar erkennbar. Und da man große Bilder ja auch aus größerer Entfernung betrachtet, überzeugen die Bilder der DC 120 auch noch im Format A3 (ca: 30 x 40 cm) und teilweise sogar in A2 (ca: 40 x 60 cm). Das ist innerhalb von weniger als einem halben Jahr nach meinem ersten Test einer Anzahl von digitalen Kameras ein so überzeugender Fortschritt, daß ich mittlerweile daran glaube, daß die digitale Fotografie die chemische in kurzer Zeit ablösen kann und wird ("kurze Zeit" - allenfalls kann es sich noch um wenige Jahre handeln).

Mit der DC120 von Kodak habe ich ziemlich reichhaltige Erfahrungen gesammelt. Natürlich bin ich erst einmal in der näheren Umgebung losgezogen, da gibt es ja mehr als genug Fotomotive. Da ich - wie Hollywood mal das Drehen von Western eingestellt hat - schon lange keine Landschaftsfotografie mehr gemacht habe, geschah in den vergangenen vier Jahren diesbezüglich so gut wie nichts. Und die ersten Digitalkameras waren einfach noch zu schlecht. Nun aber - was sagt Ihr zu dem schönen Bild eines der Bäche, die hier durch das Tal fließen, das Anneliese aufgenommen hat? Dieses Bild, das hier stark reduziert ist, haben wir auch auf A2 ausgedruckt, und es wirkt als Wandposter wirklich gut - obwohl man, zugegebenermaßen, bei genauem Hinsehen, die digitale Natur erkennt. Es wurde allerdings auch nicht mit der höchstmöglichen Auflösung der Kamera aufgenommen, sondern in der ersten Kompressionsstufe - so bringt man statt nur 12 etwa 41 Bilder auf der 10MB-Flashcard unter, die mir zum Test zur Verfügung stand. Und was sind schon 12 Bilder auf einem Fotoausflug? 



Das war auch ein Hindernis auf dem Ausflug zum Königssee, so daß ich da ebenfalls mit der ersten Kompressionsstufe fotografiert habe. Ich setzte mit dem Schiff nach St. Bartholomä über. Dort traf ich Anneliese, die eine zweitägige Bergwanderung hinter sich hatte. Wir sind dann auf der Halbinsel ein Stück in die "Wildnis" spaziert, um dort am Ufer zu picknicken.  

Eine der letzten fotografischen Aktionen, ehe ich die Kamera wieder zurückgeben mußte, bestand in dem Versuch, eine "Lichtplastik" zu fotografieren, an der ich gerade arbeite. Sie bildet einen "Baum" aus Eisenbändern, die ich im Schrott eines Spenglers gefunden habe, sowie aus 10 Tabaksdosen als "Blätter". In jeder Dose ist eine Energiesparlampe montiert, so daß eine Art "Lichtbaum" entsteht. Diese Aufnahme ist nachts in unserem Garten entstanden. Die Kamera war auf einem Stativ montiert, zusätzlich habe ich eine 500W und eine 800W Halogenleuchte benutzt. Besonders interessant wirkt das Motiv, wenn man es in größerem Format auf "Hinterdruckfolie" oder Transparent druckt und dann von hinten durchleuchtet montiert (in einem Schaukasten, am Fenster oder ähnlich). 


 Zum Abschluß ein "Gruß von Bayrischzell" quasi aus der Luft - naja, von der Sudelfeldstraße aus. Das interessiert vielleicht besonders meine Internetfreunde aus Übersee - immer wieder erhalte ich eMail von Leuten aus USA oder Kanada, die schon mal in Bayrischzell waren und daher im Internet meine Seiten aufgestöbert haben. Welcome to Bavaria!
 
 

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