![]() Seitenübersicht |
|
![]() Mail an den Autor |
herumspaziert
und habe Aufnahmen mit blitzendem Eis im Gegenlicht gemacht, und mit einigen
ausgewählten Geräten (der Kodak DC50 und der Polaroid PDC 2000)
habe ich Fotoausflüge in die Landschaft und nach Schliersee gemacht.
Die dabei gewonnenen Erfahrungen ergeben ein gemischtes Bild. Vor allem
hat sich meine Hoffnung, die Bilder schneller und bequemer am Computer
auswerten zu können, so nicht erfüllt. Man muß zwar nicht
in einer muffigen Dunkelkammer mit chemischen Wässerchen herumpantschen,
aber dort geht alles schneller. Und einfacher ist es am Computer auch nicht
- auf dem Bildschirm sehen die Farben erst einmal ganz anders aus als hernach
auf dem Drucker, und das zu korrigieren ist zumindest sehr langwierig.
Und seinem Foto von blinkenden Gläsern abends in dem italienischen
Restauraunt würde ich ohne zu zögern einen Preis verleihen -
aber urteilt selbst!
Nun
hatte ich mit der Polaroid-Kamera während des kurzen "Vorfrühlings"
eine blühende Krokuswiese aufgenommen (als Fotodatei etwa 5,6 MByte).
Allerdings erschien das Gras sehr bräunlich.
Mit Hilfe von Corel Photopaint 7 gelang es, ohne die Farbe der Blüten
allzusehr zu verfälschen, aus dem erdbraunen Wintergras eine frische
grüne Wiese zu zaubern.
In
diesem Zusammenhang habe ich mir dann den Scherz erlaubt, Flavia vom südspanischen
Strand in die zehn Jahre später aufgenommene, digital verfälschte
Frühlingswiese zu setzen. Bei diesem Bild sind also schon eine Menge an Effekten und Programmen beteiligt. Angefangen von dem mit dem Nikon-Filmscanner in digitale Daten übertragenen Kleinbilddia über das mit der semiprofessionellen Polaroid-Kamera fotografierten Bild, das mit Corel Photopaint 7 manipuliert wurde, bis hin zu einem Programm, mit dem man Personen nahezu perfekt aus dem Hintergrund ausschneiden kann. Das Resultat wurde dann für die Wiedergabe hier im Internet wieder mit Photopaint 7 reduziert und per JPEG komprimiert.
Das Manipulationsprogramm ist indeß eine interessante Neuerung,
vorgestellt zur CeBit '97. Es heißt PictureIt, und entstammt einer
Initiative mehrerer Firmen (wie Microsoft, Kodak und anderen), ein einheitliches
Format zur Bearbeitung von digitalen Bilddaten auf PCs zu schaffen, mit
dem insbesondere das Problem der langen Bearbeitungszeiten der oft riesengroßen
Bilddateien gelöst werden soll. Das Format selbst heißt FlashPix.
Mehr darüber vielleicht demnächst. Jedenfalls habe ich mit PictureIt
in langer, mühseliger Arbeit den Umriß von Flavia aus dem Strandhintergrund
ausgeschnitten und in einen neuen Hintergrund gestellt.
Das ist natürlich noch lange nicht alles, was man mit digitaler Fotobearbeitung anstellen kann. Manches davon, wie sogenannte "künstlerische Effekte", etwa vorgetäuschte Malstile á la Van Gogh oder Wasserfarben interessieren mich eigentlich weniger. Mehr faszinieren mich dagegen die digitalen Umsetzungen altbekannter Laboreffekte wie Solarisation. Mit manchen Programmen - und hier ist meiner bisherigen Erfahrung nach Corel Photopaint das vielseitigste, auch wenn es manchmal nicht gerade einfach zu bedienen ist - hat man hier wirklich die Effekte gut im Griff und kann sie selbst individuell beeinflussen. In diesem Fall bin ich von einem weiteren Portrait von Flavia ausgegangen, das mit einem Weichzeichner-Objektiv aufgenommen wurde.
Hierbei
handelt es sich übrigens um eine digital "entstaubte" Version des
Diascanns, was man wohl in dieser Größe nicht mehr erkennen
kann. Machen kann man so etwas mit Ulead PhotoImpact oder wiederum Corel
Photopaint. Für die weiteren Manipulationen diente allerdings (noch)
die unentstaubte Vorlage als Ausgangspunkt. Ich mußte feststellen,
daß Scans mit einem professionellen Filmscanner wie dem LS-1000 kaum
staubfrei zu bekommen sind, wenn man mit der höchstmöglichen
optischen Auflösung arbeitet, und manche Verfremdungseffekte heben
dann die Staubteilchen um so deutlicher hervor.
Die klassische "Solarisation" entsteht durch Nachbelichten während
des Entwickelns einer Vergrößerung.
Bildlich
gesehen beruht sie darauf, daß zwischen helleren und dunkleren Teilen
im Bild Linien oder Bereiche mit abweichender Helligkeit gebildet werden.
Dasselbe kann man auch auf Farbbilder übertragen. In dramatischer
Weise wurde dieser Effekt gegen Ende des Films "Odyssee 2001" von Stanley
Kubrik eingesetzt - ich weiß allerdings nicht, wie das technisch
ausgeführt wurde. In Corel Photopaint läßt sich das in
differenzierter Weise durch gezieltes und beherztes Verbiegen der Übertragungskurven
für einzelne Farbkomponenten erreichen - vielleicht später mehr
über die Technik. Hier könnt Ihr erst einmal eines der so gewonnenen
Resultate bewundern. Ein anderes bildet die Basis der Hintergrund-Tapete
meiner Homepage. Eine weitere interessante Manipulationstechnik ist das
Erzeugen von Reliefbildern.
Dieser Effekt wird mehr oder weniger automatisch mit gewissen Einflußmöglichkeiten
seitens des Anwenders von Corel PhotoPaint erzeugt. Sicherlich läßt
er sich auf interessante Weise mit anderen Effekten kombinieren, dazu hatte
ich aber noch keine Zeit.
Der Vollständigkeit halber erwähnen sollte ich, daß man auch das Negativ eines Bildes bilden kann - und zwar sowohl in Farbe als auch Schwarzweiß. Umgekehrt kann man so - etwa mit Corel Photopaint - aus einem eingescannten Negativ ein Positiv machen. Allerdings ist diese Umkehr normalerweise bereits mit der Software der Scanner möglich. Auch das Drehen oder Spiegeln eines Bildes gehört zu den Standardmanipulationen.

Mit einfarbigen oder schwarzweißen Bilden lassen sich mitunter
grafisch besonders reizvolle Effekte erzielen. Hier noch als letztes Manipulationsbeispiel
mit diesem Portrait die klassische "Solarisation" in schwarzweiß,
die wiederum mit Photopaint durch manuelles "Verbiegen" der Übertragungskurven
erzielt wurde.
Zurück zur Homepage
Johannes Leckebusch