Blackdot

Die Macht der Vergangenheit und die Ohnmacht der Zukunft

Eines Tages - es ist schon sehr lange her, also praktisch totale Vergangenheit - kam ich auf die sehr törichte Idee, Professor Ungruen nach der Zukunft zu fragen. Oh gewiss - damals hielt ich das für eine sehr schlaue Idee - also nicht meine Frage an sich, aber ich dachte, von so einem klugen Kerl wie ihm könnte ich dadurch sehr schlaue Antworten bekommen.

Es war jedenfalls so - es wurde mal wieder Frühling, ein sehr heftiger Frühling nach einem langen und zähen Winter (damals, manche von uns Älteren werden sich noch erinnern, gab es eine klimatische Erscheinung, die man gemeinhin Winter nannte, häufig lag da so kaltes weißes Zeug in der Landschaft herum und behinderte die Vegetation), und wir saßen bei Ungruens im Garten an dem Gartentisch, den er gerade im Vorjahr neu gestrichen hatte und der noch ganz speckig glänzend aussah. Eigentlich glänzte er, als wäre er nass, weil er ihn so dick lackiert hatte ... aber das interessiert Sie wahrscheinlich gar nicht.

Also, wir saßen da, Ungruen stopfte sich eine Pfeife (damals rauchte er noch), und seine Gattin eilte geschäftig hin und her, weil sie uns einen leckeren Imbiss im Garten auftischte. Thorsten saß ein wenig faul auf der Bank ... naja.

"Sagen Sie, Professor Ungruen, was erwarten Sie von der Zukunft?"

"Nichts" antwortete er, ungerührt und ohne zu zögern.

Ich war ein wenig verwirrt: "Ähm ... nichts. Soso. Naja. Wieso? Ich meine, die Zukunft liegt doch glänzend vor Ihnen!"

"Vor mir?" Er wischte wie zufällig über die speckig glänzenden Holzplanken des Tisches.

Ich merkte, wie ich mich innerlich verhemmte, versuchte, mich zu lockern und irgendwas zu sagen, um das Gespräch nicht stockend erliegen zu lassen: "Also ... es geht Ihnen doch ganz gut, derzeit, in Ihren Forschungen, oder? Aber die Welt, ich meine, die Zukunft im allgemeinen ist - naja, ungewiss."

"Es gibt keine Zukunft." bemerkte er halblaut und versuchte, mit dem Feuerzeug seine Pfeife zu entzünden.

"Keine Zukunft? Wieso nicht?"

"Naja -", er begann zu paffen, "schaun Sie - ", er steckte das Feuerzeug wieder weg, im Pfeifenanzünden war er immer noch einsame Spitze, " - es, äh ..." er blies Rauch gegen mich, besann sich dann und verwedelte ihn hastig mit der Hand: "Oh, pardon, das wollte ich nicht. Stört es Sie, wenn ich rauche?"

"Ich - äh, nein, ich meine - nein, nein. Ich wollte nur wissen ..."

"Die Zukunft, nicht wahr?"

"Ja, ganz recht. Was erwarten Sie ..."

"Nichts. Sagte ich das schon?"

Ich blinzelte. "Ja, doch, ja, das sagten Sie schon, aber ..."

"Ach, lieber Freund - " und er machte eine weitausholende Geste mit der rechten Hand und der darin befindlichen Pfeife, "- es gibt eben keine Zukunft!"

"Keine Zukunft." echote ich töricht. Dann kam mir eine schlaue Idee (jedenfalls dachte ich das wohl in dem Moment): "Sehen Sie - wenn wir uns morgen wieder hier treffen, wenn wir uns verabreden, dann liegt das doch in der Zukunft!"

"Und" knurrte er.

"Was und - es ist die Zukunft! Es gibt eine Zukunft, und wenn sie noch so banal ist, darum kann man sich doch darüber Gedanken machen, wie sie aussehen wird!" Ich hatte triumphierend mit dem Zeigefinger in Ungruens Rauchschwaden über dem Tisch herumgestochert.

"Wenn wir uns morgen wieder treffen, hier, ja?" meinte er.

"Ja, ja!!"

Ungruen: "Naja, was wird dann sein. Was wird morgen sein? Was werden Sie morgen über unser jetziges Gespräch sagen? Was wird das dann sein?"

Ich schwieg eine Weile betroffen und dachte nach. "Wollen Sie darauf hinaus, dass morgen unser jetziges Gespräch Vergangenheit sein wird?"

"Klar."

"Gut - aber morgen können wir wieder sagen - können wir uns wieder verabreden, für übermorgen!"

"Ja und? Wir kommen dennoch nie im Morgen an. Es ist immer nur heute. Die Vergangenheit wird immer länger. Die Vergangenheit existiert. Sie wächst. Unerbittlich. Aber eine Zukunft gibt es nicht!"

Ich starrte ihn betroffen an.

"Gegen die Gegenwart kann man nichts machen ... heißt es. Naja. Man hätte etwas dagegen machen können - aber niemand hat es getan. Und die Zukunft? Darüber wird geschrieben, geredet - aber trifft es jemals ein? Nein. Prognosen sind schwer, besonders, wenn Sie die Zukunft betreffen - den Spruch kennen Sie ja. Aber warum ist das so? Weil es keine Zukunft gibt! Was machen die Astronomen? Sie schicken immer größere Teleskope ins Weltall. So ein Blödsinn. Was sehen sie dann? Die Vergangenheit. Und je besser das Teleskop, desto tiefer blicken sie in die Vergangenheit. Aber sie blicken nie in die Zukunft - jedenfalls nicht mit Weltraumteleskopen ..."

"Moment einmal!" wage ich ihn zu unterbrechen, "Die Physik kann doch aus der Vergangenheit auch vorhersagen, wie sich das Weltall in der Zukunft entwickeln wird ..."

"Pah!" Er kramte seinen Pfeifenstopfer hervor und nahm ihn in Gebrauch. "Welche Zukunft? Das, was andere Astronomen später aus großer Entfernung von uns sehen werden ...?"

"Hah! Gerade haben Sie gesag: Später. Was meinen Sie mit 'Später'?"

"Später? Habe ich gesagt? Oh, pardon. Das war ... hm hm.", er paffte vor sich hin.

Nach einer nachdenklichen Weile fuhr er fort: "Also - später. Naja. Das ist ja nichts anderes, als wenn Sie sagen: Wir verabreden uns morgen wieder. Oder später - erst nächste Woche. Aber dann ist es wieder nur jetzt und heute, und unser jetziges heute ist Vergangenheit, und die Vergangenheit wächst. Naja, und wenn die Physiker vorhersagen, wie es später aussehen wird ... nehmen wir mal den Wetterbericht. Unterstellen wir - großzügigerweise, ich habe heute meinen - äh, sehr, sehr großzügen Tag - Metereologen wären so eine Art Physiker, die sich allerdings leider einbilden, sie könnten das Wetter vorhersagen. Also die sagen das Wetter für morgen oder nächste Woche voraus. Dieses Wetter existiert aber gar nicht. Wir können es auch nicht überprüfen. Wir können nur abwarten, bis die Wettervorhersage von heute einen Tag oder eine Woche Vergangenheit geworden ist. Dann ist also die Wettervorhersage Vergangenheit - mehr oder weniger, in Tagen gemessen. Und das Wetter? Das ist vielleicht so ähnlich wie die sogenannte Vorhersage aus der Vergangenheit. Im Glücksfalle. Aber es ist bestimmt nicht dasselbe. Also was? Es gibt eigentlich nur Wettervorhersagen - sogenannte - die im Moment ihrer Verkündigung bereits Vergangenheit geworden sind und dann fortlaufend weiter veralten. Das ist wie eine Zeitungsbeilage mit dem Wochenprogramm für das Fernsehen von Montag bis Sonntag. Wenn Sie genügend lange warten, ist schließlich Freitag. Dann können Sie im alten Programm nachschauen, was an diesem Freitag im Fernsehen hätte laufen sollen. Vielleicht läuft das auch wirklich, aber vielleicht wurde ein Fußballtrainer gefeuert, es gab ein Erdbeben, ein Staatsmann ist gestorben, eine weltweite Grippeepidemie ausgebrochen und das ganze Programm ist umgeworfen. Diese vorhergesagte Zukunft gab es nicht! Also muss man so lange warten, bis sie so lange Vergangenheit ist, bis jetzt dann ist, wann sie zutreffen sollte. Aber das ist nichts anderes als Lottospielen - selbst wenn die Chancen beim Fernsehprogramm oder Wetterbericht viel besser sein sollten, was uns die Techniker ja dauernd versprechen! Ein Lottotip ist keine Vorhersage der Zukunft. Derjenige, der den Jackpot knackt, knackt ihn ja nicht in dem Moment, in dem er seinen Lottoschein ausfüllt. Das ist Vergangenheit. Wenn die Zahlen wirklich gezogen werden, kann er nichts mehr an seinem Tipp ändern. Es geschieht nur etwas in der Gegenwart, und die Vergangenheit verändert sich in unserer Rückschau. Aber die Zukunft existiert nicht. Die Vergangenheit wird nur immer länger. Subjektiv gesehen."

Ich sah ihn eine Weile betroffen schweigend an. Dann: "Warum sind Sie so pessimistisch?"

"Pessimistisch? Naja. Das ist eine lange Geschichte. Ich hatte da mal ..." er schwieg.

"Ja?"

"Nun - das werde ich jetzt nicht erzählen."

"Wann denn?"

Er starrte mich mit einem leichten Grinsen an: "Naja, wenn ... es genügend lange vergangen ist.".

Seine Gattin, die sich vor einer Weile zu uns gesetzt hatte, nutzte die Pause und fragte ihn: "Liebling, soll ich Dir morgen den Katalog von der Kunstausstellung in B. mitbringen, oder kommst Du selbst mit?"

Es trat eine längere Pause ein, in der er seine Gattin stumm musterte. Schließlich wagte ich es:

"Sagen Sie - ist die Vergangenheit subjektiv oder objektiv?"

"Wie meinen Sie das?"

"Naja - also eines Tages - Sie mögen mir verzeihen - werden Sie doch sterben, oder nicht?"

"Ich? Naja ..."

"Nun, und dann ... dann ist Ihre Vergangenheit doch fixiert. Meine aber - ich bitte um Verzeihung, das soll nur ein Beispiel sein - aber vielleicht noch nicht. Meine Vergangenheit wird dann, wenn ich noch lebe, weiter immer länger, Ihre aber nicht."

Er glotzte mich eine Weile an und meinte dann: "Das wird nicht geschehen."

"Nicht geschehen? Wie meinen Sie das?"

"Ganz einfach: Ich werde nicht sterben!"

"Ach! Ach was?"

Er grinste. "Schaun Sie mal ... wir erinnern uns alle an den Tod älterer - oder, in unglücklichen Fällen, auch jüngerer - Bekannter. Oder historischer Persönlichkeiten. Sie befinden sich in unserer Vergangenheit - direkt oder indirekt, durch historische Überlieferung. Aber kann sich jemand an seinen eigenen Tod erinnern?"

Ungruens Gattin legte den Kopf schief, sah erst eine Weile auf ihren Gatten und dann auf mich.

"Also ist die Vergangenheit subjektiv!"

"Tja - so kann man das auch nicht sagen!" Ungrün stocherte in seiner Pfeife. "Offenbar gibt es keine rein objektive Vergangenheit, denn niemand kennt sie. Und der liebe Gott hat offenbar zu wenig Ressourcen - er kann ja nicht einmal die Gegenwart lückenlos verfolgen. Aber lassen wir das beiseite. Also die Vergangenheit ist ... so lange ich lebe - für mich nie abgeschlossen. Denn es kann mir jederzeit passieren, dass mir jemand aus meiner Vergangenheit begegnet, der mir etwas über die Vorgänge an der Schule, an der ich einmal Schüler war, erzählt, wovon ich bis dato nichts wußte. Und schon - plopp - hat sich meine Vergangenheit für mich verändert! Das ist ja das Verrückte: Man glaubt immer, an der Vergangenheit könnte sich nichts mehr ändern - und man könne nichts an ihr ändern. Das stimmt so auch nicht. Denn was ist Vergangenheit - in gewisser Weise doch das, was ich von ihr weiß. Und das ist absolut unvollständig. So gesehen sind die Weltraumteleskope ja auch nicht ... äh, uninteressant. Sie ändern die Vergangenheit. Natürlich ändern sie nicht wirklich die Vergangenheit, aber sie ändern ständig das, was wir über die Vergangenheit zu wissen glauben."

"Das tut eine Mutter auch, die ihrem Sohn etwas aus ihrem oder seinem Vorleben erzählt, das er bisher noch nicht wußte" bemerkte Frau Ungruen plötzlich.

Thorsten sah sie an und nickte, wenn auch irgendwie widerwillig.

"Also ...", ich stützte das Kinn auf die Hand, "es gibt nicht einmal eine objektive Vergangenheit?"

"Tja - was sollte 'objektiv' hier bedeuten? Eine tatsächliche Vergangenheit? Wie kann man die ermitteln? Im Groben und Ganzen - vielleicht, aber im Detail doch nicht! Also gibt es viele individuelle Vergangenheiten - aber ohne bewußte, sozusagen reflektive Vergangenheitsaufzeichnung auch diese nicht."

Die Sonne sank, es wurde kühler, ein Wind kam auf, der uns etwas schaudern machte. Wir blieben aber noch eine Weile sitzen.

"Die eigentliche Frage ...", begann Ungruen nach einer Weile erneut, "ist aber: Bleibt die Vergangenheit eigentlich bestehen. Sie können sich diese Frage kosmologisch oder auch individuell stellen. Für uns existieren Genies wie Beethoven, Händel, Mozart, Proust, Goethe - irgendwie weiter. In ihren Werken, in den Überlieferungen, die wir von ihnen kennen, in dem Genuß, den wir als Menschen empfinden, wenn wir ihre Musik hören oder ihre Dichtung lesen. Was ist, wenn dereinst das Leben auf der Erde erlischt oder die Sonne zur Supernova wird und alles zerbläst. Gibt es dann die Geschichte vom Leben auf der Erde noch? Im engeren Sinne: Was ist mit all den Menschen, die mal gelebt haben, aber keine Spuren in der Geschichte hinterlassen haben - irgendwelchen Mägden im Mittelalter oder Sklaven im Altertum oder ... all den geschichtslos vergangenen Vorfahren aus Afrika. Hinterlassen die Orang-Utans, wenn sie einmal aussterben, irgend etwas als individuelle Existenzen? Haben die Neandertaler etwas als persönliches Dagewesensein hinterlassen? Kommen sie in den Himmel irgend einer Religion?"

Er starrte eine Weile vor sich hin und es wurde langsam unangenehm kühl.

"Was ist mit astronomischen Vorhersagen (Planetenläufe), Uhren, dem Sonnenaufgang am nächsten Tag?"

"Ach - Papperlapapp. Prüfen Sie das, indem Sie in die Zukunft reisen? Nein, Sie warten ab, ob eine Sonnenfinsternis eintritt, wenn gesagt wird: Heute ist der Tag, an dem es passiert - laut Kalender. Dann ist das ein Heute. Und schon ist es Vergangenheit. Und wenn Sie in der noch ferneren Vergangenheit das vorausgesagt haben, was nun gerade schon wieder vergangen ist, dann ist das eine schöne Bestätigung für eine Formel. Aber es wirkt trotzdem nur in die Vergangenheit, denn nur dadurch erweist es sich als richtig oder falsch!"

Ich schaute wohl ein wenig belämmert drein, aber er fuhr fort:

"Wann beginnt Vergangenheit. Hat eine unbefruchtete Eizelle eine Vergangenheit im biographischen Sinne, im Sinne einer biographischen Geschichte, einer Lebensgeschichte, wie sie selbst eine Anne Frank aufzeichchnen konnte? Anne Frank erscheint uns als eine Person der Zeitgeschichte, weil wir Aufzeichnungen, Überlieferungen kennen. Spuren im noch existierenden Geschichtsuniversum bestimmter Kulturen. Sind solche Spuren noch Leben? Und was ist mit ihren Altergenossen oder Genossinen, von denen wir keine Tagebücher haben? Lebten die nicht? Oder lebten die vielen Vorgeschichtsmenschen nicht, die noch keine Schrift hatten, oder die noch früheren, die noch keine Sprache hatten?"

Es wurde zunehmend dunkel. Klingt das irgendwie widersprüchlich? Abnehmend hell sagt man nun einmal nicht - pardon, ich schweife ab.

"Also", fuhr er dann nach einer Weile fort, "wo beginnt die Zukunft, nach der Sie unermüdlich fragen. Mit dauerhaften Aufzeichnungen, einer Geschichte, die keinen Abriss kennt? Ab wann soll das sein, wie soll das geschehen? Es ist unmöglich. Zukunft verliert sich. Ja, natürlich, es gibt Entwicklung - in der Evolution, zum Beispiel. Das ist ja ein Thema für sich - nicht mein Fachgebiet. Aber das bedeutet immer auch Vergessen. Ja, klar, es bedeutet zugleich viel Erinnern, weil die Evolution immer die Verlängerung der Vergangenheit ist ... die Ausbeutung des Kapitals, das mal in Äonen angehäuft wurde. Gebe ich zu. Wie auch immer ... nach heutigen kosmologischen Erkenntnissen mündet die Zukunft im Nichts, im totalen Vergessen. Ob nun im endlosen Auseinanderdriften und Kaltwerden, oder in einem neuen Crash und Big Bang ... glauben Sie, das nächste "pulsierende" Universum wird sich an unseres erinnern? Na, an mich bestimmt nicht."

Da uns fröstelte, begannen wir, den Tisch abzuräumen.

Ungruens Gattin hielt einen Moment inne, sah ihren Mann an und sagte: "Und warum fragen wir uns das alles?"

Da Thorsten nichts antwortete, legte sie nach: "Kann ich mal Deinen Teller haben?"

Etwas mürrisch blickend legte er sein Besteck und die Papierserviette hinein und überreichte ihn ihr. Das heißt, er hielt ihn vor sich in die Luft. Ulla Ungruen reagierte aber nicht, sie starrte ihn eine Weile mit zusammengekniffenen Augen an, und dann brach es aus ihr heraus: "Sag mal! Wer sagt Dir eigentlich, dass es überhaupt eine Vergangenheit gibt?"

"Was?" Ungruen ließ die Arme mit dem Teller sinken. Seine Gattin widersprach ihm selten, aber wenn doch, so bedeutete dies höchste Alarmstufe. Rot. Oder Ultrarot (diese Farbe hatte er eigens zu diesem Zweck einmal erfunden, aber das ist eine andere Geschichte).

"Ja, woher?" Sie entriss ihm mit einem Ruck den Teller, dass es schepperte, und fügte ihn dem Stapel auf ihrem Tablett hinzu.

"Gestern hatten wir doch falschen Hasen, oder?" Er sah etwas irritiert vor sich hin.

"Ja - und?"

"Was ja und - es war gestern. In der Vergangenheit!"

"Tja, dann gehen wir doch mal dahin und sehen nach, ob du dich nicht irrst. Du weißt doch - du vergisst oft, was du gestern, geschweige denn vorgestern, gegessen hast! Ich schufte mich ab, und der Herr vergisst es einfach - morgen. Oder heute. Was gestern war. Oder gibt es gar kein Gestern? Ist alles nur eine Illusion im Heute?"

"Gehen wir rein - es wird kalt" erwiderte Ungruen.

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