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20. 5. 77 Tageule Du, eh'maliger Träume Gehalt, Tagschmetterling, Stadtfliege in der Mittagshitze, oder bequeme Vorgärtnerin? Flickschusterin weltlichen Begehs, oder aber Anwärterin sinnenalter Denkungsart; Taggeist Du, oder nächtescheuer Kram; Gedankenkrämerin abwesende, Geduldschwester? Bist Du oder nicht. 20. 5. Treppe am Fuß des Sturms, bewohnt Dich der Gedanke, steigt auf Dir kein schmaler Schuh, streckt keine Kröte ihre Zunge aus Deinen Rissen, Mauerstufen. Rote Fliege im Wald, die Du da unter Deinem Ast hausest, die Gewitterschwüle verklebt den dünnen Flügel Dir, Dein Rüssel wird vom Tau erschlagen, Deine Füße bleiben in der Rinde hängen. Ich seh Dir zu in Deinem Tod, kaue einen Grashalm. 14. 1. 78 (Neu gefaßt) Windbewegungen du willst, daß ich rede mit dir. doch was, denkst du, bin ich, wie, glaubst du, kann ich, denn - sieh, ich bin der tau in einer astgabel, der reif auf einem halm. du willst, daß ich rede mit dir. doch worüber, meinst du, könnte ich, warum, glaubst du, sollte ich, denn - ich bin nicht der tau, nicht der reif, ich bin; du willst mich küssen, willst mich lieben, die intuition eines blattes, das der wind über der stadt bewegt, du willst mich lieben? du willst, so sei nicht traurig, daß ich an dich denke, doch was erhoffst du, denn sieh - ich bin nicht in der bewegung des blattes, ich nur das geräusch, das die luft an einer spalte in rissiger baumrinde erzeugt. sag mir, wie kann ich dir; besinne dich; es schmerzt mich nicht, wenn du nicht an mich denkst. |
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