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Die Sammlung mit dem Titel "andere worte" enthält unter den ersten Vergehen eine Sammlung von "Regengedichten", die bei einem Krankenhausaufenthalt während entsprechender Witterung entstanden sind. |
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sprich nicht mit
fremden regentropfen sprich nicht mit fremden regentropfen mein kind hörst du wohl willst du auch gehorchen sprich nicht mit fremden regentropfen mein kind du wirst schon sehen glaube nichts mein kind was fremde regentropfen sagen glaube nicht den fremden regentropfen du mein kind du wirst schon sehn sie feuchten dich mein kind fremde regentropfen fremde regentropfen, traue ihnen nicht mein kind was willst du denn sprich nicht von fremden regentropfen wer glaubt noch an an fremde regentropfen du mein kind? laß das dir doch ausreden fremde regentropfen welch ein unsinn mein kind glaube nicht an fremde regentropfen hörst du wohl du hast doch nicht etwa wieder mal mit fremden regentropfen gespielt mein kind bleib zu haus wenn fremde regentropfen regnen spiele nicht mein kind mit fremden regentropfen mach dich nicht naß mit fremden regentropfen was sagst du, mein kind? fremd sind a l l e ? regentropfen, sagst du mir, mein kind? |
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kennst weißt du den
regen kennst weißt du den regen frag nicht kenn ich den regen werd ihn nicht kennen den regen kennst du nicht schau nicht sieh an den regen sieh ihm zu er fällt und fällt fällt und fällt der regen kennst weißt du den regen schau nicht sieh an wie gefegt der regen wird vom wind der wind der weht und weht weht und weht der wind schau nicht frag nach dem regen sag kennst du ihn nicht möchtest etwas wissen über regen wirst ihn schon noch sehen den regen der in pfützen fällt den regen kennst du nicht kennst weißt du den regen schau nicht sieh zu wie er hüpft und springt auf der straße hüpft und springt auf der straße der regen schau nicht zweifle nicht am regen regen ist nur allzu wahr wirst ihn schon noch sehen den regen der in offne münder fällt den regen kennst du nicht kennst weißt du den regen schau nicht lecke nur am regen am regen schmecke lecke schmecke lecke am regen schau nicht kennst weißt du den regen welcher regen fällt welcher regen weht welcher regen gerinnt welcher regen hüpft und springt welcher regen zweifelt welcher regen schmeckt kennst weißt du nun den regen wie er fällt und fällt schau nicht sieh an den regen frag nicht nach dem wind sieh an den regen hochgefegt wie er weht und weht schau nicht sieh an den regen frag nicht nach den pfützen sieh an den regen der gerinnt wie er gerinnt in pfützen fällt schau nicht sieh an den regen frag nicht nach der straße sieh an den regen der hochspringt wie er hüpft und springt schau nicht sieh an den regen wie er dir schmeckt frag nicht nach dem mund sie an den regen schmecke lecke wie er auf deiner zunge rinnt und rinnt schau nicht kennst weißt du nun den regen |
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bin ich auch so fremd
wie fremde regentropfen erzählen von dem mädchen aus dem regenreich mädchen aus dem regenreich das mädchen aus dem regenreich ein mädchen, das tanzte in fremdem regen alle regentropfen, sagte sie, sind fremd ich glaubte ihr nicht und fragte nach ihrem namen anglika seltsam sagte ich, mädchen aus dem regenreich ja, rief sie, und tanzte hinaus, es regnete rief, tanzte in den regen, ja, das ist mein nachname anglika, mädchen aus dem regenreich erzählen von dem mädchen aus dem regenreich ich weiß nicht recht ich sah sie eigentlich fast nie immer umhüllt von fremden regentropfen sagte sie daß alle regentropfen fremde regentropfen sind sie erzählte mir von rotem blauem grünem regen ach ich lachte nur mädchen aus dem regenland fremdes mädchen du da sah sie mich traurig an fragte still und doch ich hörte sie bin ich fremd fremde wie fremde regentropfen fragezeichen erzählen von dem mädchen aus dem regenreich ich bin traurig sie sah mich so an immer umhüllt von fremden regentropfen wie sie sagte bin ich auch so fremd wie fremde regentropfen da tanzte sie es regnete gerade und rief mir, tanzte in den regen, aus dem regen tanzend zu: komm doch mit sieh fremden regen rot und schwer ich folgte ihr in fremde regentropfen dachte nur sie werde sich erkälten wie dumm fremde regentropfen sah ich, rot und schwer schwer der fremde regen ich selbst schien schon zu bluten tat es auch fremder regen hatte das getan erzählen von dem mädchen aus dem regenreich ja sie pflegte mich wusch meine wunden mit grünem regenwasser fremder regen doch sie sagte er tut dir nichts denk nur nicht böse über ihn fremde wie fremde regentropfen mädchen aus dem regenreich anglika tanzte still und leise fort hinaus in gelben regen ich sah nichts mehr von ihr nur fremden regen hin und wieder doch ist er grau geworden fremder regen wie sie sagte |
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alsbald begann es zu
regnen ich traf einen regentropfen. der sagte: ra- ta- tata tang. ich frage: wie bitte? zurück. ach, nur so, meinte er und verschwand in einer pfütze. ach, du meinst nur so, aha, sagte ich und ging weiter. ich traf noch einen regentropfen. ich sagte: ich traf eben schon einen regentropfen, der sagte: ra- ta- tata tang. ich glaube, es beginnt zu regnen, erwiderte der regentropfen und zerbarst auf dem asphalt. da ging ich weiter und traf noch einen regentropfen. man sagt, es beginnt zu regnen, sagte ich zu ihm. ach was, das ist nur ein gerücht. ich besuche nur meine tante, sie liegt im krankenhaus. erwiderte er und klopfte an ein fenster. woran ist denn die tante erkrankt? fragte ich den fensterscheibentropfen. was für eine tante? fragte er irritiert und floss vor schreck auf das fenstersims. da ging ich weiter. alsbald traf ich einen vierten regentropfen. er fiel stumm an mir vorbei auf die straße. auch ich sagte kein wort. ich ging weiter. nun dauerte es eine weile, da spürte ich ein kitzeln an der nase. da hing doch ein regentropfen. verzeihung - entschuldigen Sie bitte, rief er fiel - auf meinen schuh. ich ging ruhig weiter. alsbald begann es zu regnen. |
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welle über dem horizont welle über dem horizont komm nach haus flieg in die sonne steh über dem grat komm, zeig mir den weg er führt über eine brücke sie ist aus gras und aus stahl sing mir ein lied ich frage, was trägst du da in der hand ist es der federvogel? komm und sing mir ein lied geh mit mir aus der menschenwüste sag mir, was hast du da in der hand ist es die schachtel aus grau? nein frag nicht, was will ich wohl sagen komm und sing mir ein lied ich verschweig es dir und du verschweigst es mir da ist die brücke aus gras und aus stahl geh über den grat steh welle über dem horizont. |
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drei worte imagination regenbäume sonnentropfen schmetterlinge sieh doch sieh nur sieh doch hin was ist das, das rote da auf der wiese entweht ich weiß es nicht ich kenn es nicht ich wünsch es mir manchmal glaube ich, es muß etwas sein das mich kennt und das ich verstehe es ist ein bild, ein bild, bäume, regen, schmetterlinge ... versuche es zu malen, bilde mir ein es zu sehen - verweht ich weiß es nicht ich kenn es nicht ich wünsch es mir regenbäume sonnentropfen schmetterlinge es ist vorbei es ist dahin - was habe ich eigentlich gesagt ... die farbe grün die ist wie ein leichentuch aus leben, zu asche verbrannt im schnee verweht kristallisiert wie ein etwas aus farbe und lachen das liegt über der wiese in bäumen von schmetterlingen ausgestreut es lockt schmerzt und fleht, ich will es verlassen im dunkel düster vergessen der großstadthäuser grau kristallkultur will sogar sterben, sterbe tausendmal im flammen herbstlicher blätter schmetterlinge - was ist noch blatt, was schmetterling bäume - schmetterlinge - ich wende mich in einer öde aus eisblau - hinten sehe ich ein verdampfendes knäul aus eingetrocknetem blutrot der amorphe brei aus baum und schmetterling habe ich nicht etwas gegessen einen ton gesehen habe ich jemand oder mich angelogen gibt es etwas? wer züchtet kristalle bäume schmetterlinge aus welcher nährlösung oder habe ich nur ein funkeln gesehen und mißverstanden ein sonnenreflex auf einer staubigen mietskasernenfensterscheibe sag mal, was liegt da auf dem fensterbrett? - ach nichts, ein welkes blatt es ist golden flammend rot |
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sichtliche ausreden des nichts weine nicht darüber du willst mit mir sprechen sei nicht töricht ich bin der tau in einer blüte wie willst du mit dem tau in einer blüte sprechen und worüber was glaubst du denn sind gemeinsame interessen zwischen dem tau in einer blüte und dir ich bin gar nicht der tau in einer blüte verzeih mir das bitte ich bin die intuition eines blattes das der windwirbel über der straße bewegt du willst mich küssen und lieben sag mir, wie willst du die intuition eines blattes das der windwirbel über der straße bewegt berühren was glaubst du hat die intuition eines blattes das der windwirbel über der straße bewegt für ein verlangen nach deiner zärtlichkeit ich bin gar nicht die intuition eines blattes das der windwirbel über der straße bewegt sei doch nicht böse deswegen ich bin das geräusch das der wind an einer spalte in rissiger baumrinde erzeugt was willst du mit dem ton den der wind an rauher baumrinde erzeugt sei bitte nicht so dumm begnüge dich damit, daß es mich nicht berührt wenn du nicht an mich denkst. |
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auf dem rüssel der bienen wächst moos beim anblick des wortes chikago. seit gestern zirpte der kleine grüne vogel des nichts sommerzeit ist nicht die lücke im universum die ich suche der mensch ist eine versuchung der welt, sich selbst zu betrachten gestern war der schnee im regen ein kakao auf dem schornstein denke daran, daß es egal wäre, wenn es die tatsache, daß es nichts gibt, nicht mehr gäbe in der summe aller dinge suche ich mir ein fenster auf den weg von morgen wo die geier des gänseblümchens tanzen und der schwalbe die geschichte von der fliege erzählen die einen fisch verschlang um auf dem ball der elephanten mit den grillen aus dem horn des walrosses den nektar der glockenblumen auf der fliederwiese zu trinken im angesicht der rose deren blätter der zeisig gezählt und gemeldet dem komitee für illegale befruchtung des menschen mit einem nasenbär zur erzeugung verbotener wälder getränkt mit dem tau der tränen des igels in der wüste von bagdad zur ergötzung des kaliven storch aus der waffe des nichts im raum der blüte apfelbaum zum ergötzen des gottes der weiber von jericho im jahre des herrn muskadine zu fliegen die schnecke nach wuppertal wo einst ein grabstein verlor den schädel des hundes aus marzipan um zu essen die vitamine des mondes wo gras verdorrt zu violetten tulpen in spinnennetzen gefangen beim anblick des orangenbaumes der wuchs in den himmel zu suchen das pech des schornsteinfegers. Auf dem Rüssel der Bienen wächst Moos beim Anblick des Wortes Chikago. Ich fand den Ozelot beim Mähen des Schimmels auf Weintrauben. |