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Die nebenstehende Aufnahme entstand mit der Coolpix 5000 von Nikon (Ausschnitt in voller Auflösung) Ein normales Kleinbildfoto, das man mit einer einfachen Kamera für 100 oder 200 Euro machen kann, verfügt über eine Menge an Details, die - auf Pixel umgerechnet - etwa 10 bis 12 Millionen Bildpunkten entspricht. Demgegenüber nehmen sich die derzeitigen Spitzenreiter der digitalen Konsumkameras mit 4 bis 5 Millionen "Pixeln" immer noch bescheiden aus - halbe Qualität bei Preisen zwischen 650 und 1500 Euro. Lohnt sich da der Umstieg überhaupt schon? Jahr für Jahr steigen die Pixelmengen bei vergleichbaren Preisen, während Kameras mit einer bestimmten Pixelauflösung immer billiger werden. Dazu haben sich zwei gegensätzliche Trends gebildet - immer höher auflösende und professionellere Kameras auf der einen Seite - und von den technischen Daten her mit 2 oder 3 Megapixeln eher bescheiden wirkende neue Modelle, die sich durch elegantes Design und einfachste Bedienung auszeichnen: Sogenannte Lifestyle-Kameras. Auf dieser Seite finden Sie Kurzvorstellungen aktueller 4- und 5-Megapixelkameras sowie Links zu Testberichten mit ausführlichen technischen Daten. Weiter unten eine Diskussion darüber, ob die Digitalfotografie bereit ist, die herkömmlichen Filme abzulösen. Und eine Erläuterung des Begriffs Weißabgleich . |
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Überzeugen Sie sich selbst im Vergleich von der Qualität der mit den Kameras gemachten Testbildern: Auf den Internetseiten können die Bilder nur in stark reduzierter Form gezeigt werden. Auf der Test-CD finden Sie die unveränderten Original-Kameradateien aller Testaufnahmen (und weitere, soweit der Platz reicht). Senden Sie bitte Euro 10,- (inkl. Porto, Verpackung und MWSt) mit dem Vermerk "CD Testfotos Pixelgiganten" an Johannes Leckebusch, Schlierseer Str. 27, 83735 Bayrischzell. Absender nicht vergessen! {;-)).
Nicht alle der hier vorgestellten Kameras lassen sich eindeutig eine der Kategorien "Fun" bzw. "Lifestyle" oder "Professionell" einstufen. Zum Beispiel erhebt die Kodak DX 4900 den Anspruch, besonders einfach bedienbar zu sein (und das mit Recht, es macht Spaß, mit ihr zu fotografieren, ohne dass man sich mit Technik belasten müßte), sie bietet auch wenig mehr als die notwendigsten Knips-Funktionen, und sie ist preiswert. So gesehen ist sie klar dem Freizeitbereich ("Fun") zuzuordnen. Sie gehört aber mit 4 Megapixeln in die derzeitige Highend-Konsumklasse. Und vom Design her kann sie bestimmt einer Nikon Coolpix 2500 nicht das Wasser reichen - die so aussieht, als wüßte sie nicht genau, ob sie nicht lieber als Handy oder PDA auf die Welt gekommen wäre. Der Kodak DX 4900 habe ich eine eigene Seite unter den "Pixelgiganten" gewidmet, während alle Kameras mit 3 Megapixeln oder weniger auf die Fun-Plätze verwiesen wurden (wer will, kann das ja auch umgekehrt sehen).
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| Die Fujifilm-Finepix 30i mit Ohrhöhrern zum Anhören von MP3-Musikdateien. Auf der Seite Lifestyle-Kameras finden Sie Informationen über: |
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/KodakDX4900/
Die Kodak DX4900 ist genau richtig für Knipser, die Wert auf scharfe Bilder legen: Die Auflösung von 4 Millionen Pixeln reicht für Ausdrucke auf A4 bzw. Vergrößerungen auf 18 x 24 cm. Sie ist mit Abstand die am einfachsten zu bedienende Kamera, die alle unverzichtbaren Einstellungen bietet. Der engagierte Fotoamateur wird aber persönlichen Einfluss auf Zeit und Blende vermissen. Das Objektiv hat mit umgerechnet 35 bis 70 mm einen eher bescheidenen Zoombereich, ist aber mit 2,8 im Weitwinkelbereich recht lichtstark, bei 70 mm bietet es allerdings nur noch Blende 4,0. Die optische Qualität ist nicht überragend, aber ausreichend (leichte Farbsäume am Bildrand). Leider lassen sich nur Compactflash-Speicherkarten und kein Microdrive verwenden, eine 64-MB-Karte reicht aber schon für über 50 Aufnahmen in bestmöglicher Qualität, die nur als JPEG gespeichert werden (kein TIFF). Preisempfehlung 649 Euro.
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/KodakLS443/
Ganz neu (erhältlich ab Oktober) ist die LS443 von Kodak. Das LS steht für "Life Style". Mit einem Paketpreis von 650 Euro für die Vier-Megapixel-Kamera mit einem 3-fach Zoom (35 bis 105 mm Brennweite) von Schneider-Kreuznach inklusive Kamera-Dock-Station (Bildübertragung und Batterieladen) kehrt Kodak wieder zum "Bundle"-Konzept zurück. Auch eine Lithium-Ionenbatterie ist enthalten - aber keine Speicherkarte. Die Kamera enthält einen fest eingebauten Bildspeicher von 16 MByte, kann aber auch mit Multimedia-Speicherkarten von 32, 64 oder 128 MByte erweitert werden. Das Schneider-Variogon soll für weniger Randunschärfe, geringe Verzeichnung und neutrale Farbwiedergabe sorgen. Mit Mehrfeld-Autofokus (Scharfstellen auch auf Objekte außerhalb der Bildmitte), wahlweise manuellem Weißabgleich und Einstellung der Lichtempfindlichkeit, Langzeitbelichtung bis 4 Sekunden, Programmautomatik und vier Motivprogrammen, Videoaufnahme mit Ton, neuem, 4,5cm großem LCD-Display, umschaltbar für Innen bzw. Außenaufnahmen (größere Helligkeit) ist die Ausstattung reichhaltig. Sobald die Kamera über die Docking-Station mit dem PC oder Mac verbunden ist, startet die automatisierte Bildübertragung. Zum Bearbeiten, ausdrucken (Super-Fotoqualität bis 13 x 18 cm, gut auch bis 20 x 30) oder Versenden per E-Mail ist die Kodak-Software EasyShare enthalten.
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/OlympusC4040Z/
Die Camedia C-4040 Zoom ist eine klassische Zoom-Sucher-Kamera ähnlich wie die Kodak DX4900 oder die Canon PowerShot G2 . Preislich (889,- € bei Foto Sauter in München zum Redaktionszeitpunkt Mitte Mai 2002) und vom Funktionsumfang (außer Automatik auch Zeit- oder Blendenvorwahl und manuelle Belichtungssteuerung) liegt sie näher an der G2.
| Das Gehäuse der Canon PowerShot G2-Microdrive-Edition ist ganz in edlem Schwarz gehalten |
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Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/PowerShotG2/
Schon etwas länger auf dem Markt und wegen ihrer ausgezeichneten Bildqualität bei einer Auflösung von 4 Megapixeln schon zur lebenden Legende geworden ist die Canon Powershot G2 bei einem Preis von etwa 1000 Euro für viele der ideale Mittelweg. Und nun legte Canon noch eins drauf und bietet sie für 1399 Euro zusammen mit einem 1 Gigabyte IBM Microdrive in edler schwarzer Gehäuseausführung an. Das Objektiv ist allererste Klasse: Der Zoombereich reicht umgerechnet von 34 bis 102 mm (leichtes Weitwinkel, ordentliches Tele), die Lichtstärke von Blende 2,0 bis 2,8 ist hervorragend und im Gegensatz zur Konkurrenz ist das Bild praktisch frei von farbigen Säumen. Der Funktionsumfang reicht vom "automatischen Knipsen" bis hin zur professionellen Zeit- oder Blendenvorwahl und komplett manuellen Steuerung und ist damit dem der Nikon Coolpix 5000 vergleichbar.
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/NikonCoolpix4500/
Die etwas seltsame Form der Coolpix 4500 läßt zwei Möglichkeiten offen: Zunächst sieht das Gehäuse aus wie das einer gewöhnlichen Kleinbildkamera mit leicht verdickten Griff/Akkuteil. Dabei starrt das Objektiv jedoch in den Himmel. Hält man sie wie ein Fernrohr vor die Augen, blickt man durch den Sucher vorwärts, aber der Auslöser befindet sich dann an ungewöhnlicher Stelle: an der Unterkante der Vorderfront. Oder man verdreht die linke Hälfte der Kamera um 90 Grad, dann hält man den rechten Teil wie gewohnt, während der linke wie ein Geschütz auf das Motiv zielt.
Das hälftig drehbare Gehäuse hat bei Nikons Digitalen eine mehrjährige Tradition. Schon im Sommer 1999 hatte ich eine Coolpix 950 mit Schwenkobjektiv im Test. Seither bringt Nikon abwechselnd "normal" gebaute Digitalkameras und Modelle mit Drehgestell heraus - so, als wolle man es auch den Kunden recht machen, die dem Kippdesign mißtrauen.
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/NikonCoolpix5000/
Was dem ernsthaften Hobbyfotografen oder Profi an der DX4900 zu wenig ist, das hat die Nikon Coolpix 5000 für den Knipser schon zu viel: Fotografieren mit Zeit- oder Blendenvorwahl, Einfluss auf den Bildkontrast, professionellen Weißabgleich und vieles mehr. Man kann aber auch ganz einfach automatisch mit ihr knipsen - und das mit der überragenden Auflösung von 5 Millionen Pixeln für Vergrößerungen bis 33 x 26 cm. Das Objektiv bietet ein kräftiges Weitwinkel (28 mm) und eine leichte Telebrennweite (85 mm, auf KB umgerechnet), ist im Weitwinkelbereich auch recht lichtstark (Blende 2,8), im Telebereich wird es aber mit maximaler Blende 4,8 ziemlich lichtschwach, und es zeigt leichte Farbfehler. Außer Compactflash-Speicherkarten (sinnvoll ab 64 MB für 26 Aufnahmen in der höchsten JPEG-Qualitätsstufe, nur 4 im TIFF-Format; mitgeliefert wird nur eine 32 MB-Karte) kann sie auch ein Microdrive bis 1 Gigabyte verwenden. Preisempfehlung 1580 Euro.
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/OlympusE20p/
Eine echte digitale Spiegelreflex, bei der man die Schärfeeinstellung durch das Objektiv auf einer Mattscheibe beobachten kann, mit manuell verstellbarem Zoom und über einen Ring am Objektiv auf Wunsch elektromotorisch einstellbarer Fokussierung - das haben sich engagierte Fotografen schon lange in einem Preissegment gewünscht, in dem auch so manche gehobene Amateurausrüstung liegt. Die Camedia E20p eignet sich für die kreative Bildgestaltung ebenso wie für den professionellen Einsatz. Ein sehr lichtstarkes Objektiv (maximale Blende 2,0 bis 2,4) mit einem Vierfach-Zoombereich von 35 (klassisches leichtes Weitwinkel) bis 140 mm (ordentliches Tele, auf KB umgerechnet) und eine Bildauflösung von knapp fünf Megapixeln, ein exzellent schneller Autofokus - da bleiben nur noch ein paar Wünsche offen, etwa der nach Wechselobjektiven (hier muß man sich mit Weitwinkel- und Televorsätzen zufriedengeben) oder nach einer Abblendtaste, um die Schärfentiefe bei kleineren Blenden beurteilen zu können. Auch die Empfindlichkeit von nur ISO 80 bis ISO 320 schränkt den Einsatzbereich ein. Mit der beigelegten SmartMedia-Karte von 16 MB kann man auch nicht viel anfangen, verwendbar sind aber auch CompactFlash Typ I und II, also auch ein IBM-Microdrive - 1 Gigabyte wären gerade recht. Preisempfehlung 2454 Euro (es wird mit einem "Straßenpreis" von gut 2000 Euro gerechnet).
Testbericht und alle technischen Daten auf http://www.johannes-leckebusch.de/NikonCoolscan/
Wenn man sich entschließt, künftig auf die digitale Fotografie umzusatteln, einschließlich der Umrüstung aller Arbeitsmittel - also Farbdrucker statt Dunkelkammer etc. - stellt sich die Frage: Was wird aus den alten Beständen an Negativen oder Dias? Technisch gesehen ist das kein Problem, denn auch "analoges Filmmaterial" kann man ja einscannen. So läßt sich auch die herkömmliche Fotografie parallel noch weiterbetreiben - die hochwertige Spiegelreflexausrüstung muß man nicht abschreiben, und kann dennoch die Vorteile der neuen Technik nutzen. Vorgestellt werden ein Modell für den Heimgebrauch für etwa 900 € und eine Profiversion für etwa 1800 €.
Preisbeispiele aus dem Internet:
http://www.computeruniverse.net/
Canon Powershot G2: 979 EuroDie Diskussion darüber, inwieweit mit digitalen Kameras aus dem Konsumbereich gemachte Fotos in der Qualität mit "echten" Fotos auf chemischem Film mithalten können, ist immer noch nicht ganz ausgestanden. Tatsache ist auf der einen Seite, dass die ungefähre Auflösung von Kleinbildfilm, allgemein mit 10 bis 12 Millionen Pixeln angesetzt, im Extremfall an die 20 Megapixel reichend (siehe Test von Filmscannern mit 4000 dpi), von Amateur-Digitalkameras immer noch nicht erreicht wird. Andererseits liegen die Spitzenmodelle mit derzeit 4 bis 5 Megapixeln inzwischen etwa auf der Hälfte dieses Niveaus, wenn man keine allzu hohen Maßstäbe ansetzt. Inzwischen wurden auf der Photokina 2002 in Köln die ersten Ankündigungen von CMOS-Sensoren mit 11,1 Megapixeln und vollem Kleinbild-Format für Spiegelreflex-Systemkameras gemacht (c't 20/2002, S. 18, siehe auch SZ Wissenschaft vom 1. 10. 2002, Seite V2/18). Das bedeutet also sowohl hinsichtlich der Bildauflösung als auch der Ausnutzung von vorhandenen Objektiven mit Kleinbild-Brennweiten zeichnet sich ein Gleichziehen der Digitalfotografie ab - auch wenn entsprechende Geräte derzeit noch mit Preisen von "unter 10.000 Euro" avisiert werden.
| Die Körnung eines Negativs hat ästhetisch, also subjektiv, eine andere Qualität als die "Pixeligkeit" eines Digitalbildes. Aber auch objektiv oder technisch gesehen ist Korn etwas anderes als Pixel. Pixel sind streng regelmäßig, in einem Raster angeordnete Bildelemente, am ehesten vergleich den für Bilder üblichen Druckverfahren in einer Zeitung. Filmkorn ist in Größe und Verteilung unregelmäßig, wie ein Sandgemisch aus unterschiedlich großen Körnchen. Beide lassen sich daher weder direkt vergleichen noch exakt ineinander umrechnen. |
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Nun gibt es noch die "Ja aber ..."-Fraktion, die damit argumentiert, dass Digitalkameras ihre Bilddetails (Helligkeitsinformation) aus einzelnen Farbpixeln interpolieren, was zu einem Verlustfaktor von 1,5 führe - so gesehen sind 4 Megapixel in der Kamera fototechnisch nur noch knap 2,7 Megapixel. Anders ausgedrückt: Erst eine 18-Megapixel-Kamera nach den heutigen Verfahren währe in der Bildinformation wirklich einem Kleinbilddia ebenbürtig. Mag sein. Tatsache ist aber auch, dass das menschliche Auge für Helligkeitsinformationen eine höhere Auflösung als für Farbe besitzt - es arbeitet nämlich ähnlich wie so eine Kamera, woraus unter anderem die Farbfernsehnorm ihren Nutzen zieht. Eine weitere Tatsache ist, dass sich die Auflösung eines herkömlichen, chemisch entwickelten Films nicht präzise in Pixeln ausdrücken läßt, unter anderem deshalb, weil das begrenzende "Korn" des Films keine regelmäßige Struktur mit definierten kleinsten Elementen hat, sondern eher einem Sandgemisch mit unterschiedlich großen Körnchen in unregelmäßiger Anordnung entspricht. Daraus ergeben sich bei starker Vergrößerung eines Filmbildes andere ästhetische Effekte (Körnung) als bei den ggf. sichtbar werdenden Pixeln, die sich ebensowenig wie Äpfel und Birnen vergleichen lassen (eher weniger). Übrigens haben auch Filme unterschiedliche Auflösungen und Kornstrukturen: bei den mittel- und niederempfindlichen (um ISO 100 und darunter) ist sie sehr gering, bei hochempfindlichen (ab ISO 400 bis über 1600) ist sie deutlich größer. Technisch gesehen geht man bei Filmen davon aus, wie viele schwarze und weiße Linien pro Millimeter sie noch trennen können - aber in dieses Maß geht wiederum der Kontrast mit ein, und somit wieder ein subjektives Element.
Letztlich entscheidend ist, ab welcher Auflösung (in Pixeln) das Publikum Ausdrucke oder Ausbelichtungen als "echte Fotos" empfindet und keinen Unterschied zu den aus dem Drogeriemarkt gewohnten Papierbildern von herkömmlichen Film-Fotokameras erkennt. Schließlich hat ja auch APS-Filme eine geringere Auflösung als das alte "Kleinbild"-Foarmat - und wird trotzdem im Amateursektor akzeptiert. Und diese Meßlatte liegt gar nicht so hoch. Untenstehend eine der Fachzeitschrift c't entnommene Tabelle, die (mittlere Spalte) sehr strenge Maßstäbe anlegt, während ich in der rechten Spalte meine Erfahrung, dass Ausdrucke einer 4-Megapixel-Kamera wie der Canon Powershot G2 oder der hier vorgestellten Nikon Coolpix 4500 auf dem Format von Schreibmaschinen- bzw. Druckerpapier (maximal etwa 20,5 mal 29,5 cm, falls der Drucker das Papier randlos bedruckt) im Bekanntenkreis als überzeugende "Fotos" empfunden wurden, wiedergebe und entsprechend umgerechnet habe. Wenn Sie also sehr kritisch sind und Ihre Bilder auf echtem Fotopapier von entsprechenden Diensten ausbelichten lassen wollen - halten Sie sich an die mittlere Spalte. Sie brauchen aber keine Sorge zu haben, dass auch Vergrößerungen oder eigene Fotodrucke nach den Angaben in der rechten Spalte zufriedenstellend ausfallen - falls das aufgenommene Foto genügend scharf ist. Die c't argumentiert dabei auch, dass Tintenstrahldrucker, da sie Bildelemente aus zahlreichen Tintentröpfchen zusammensetzen, erst bei einer wesentlich höheren angegebenen Auflösung in lpi (lines per inch) oder dpi (dots per inch) dieselbe Qualität wie kommerzielle Fotobelichtungssysteme erreichen. Sie können daher für die heute verfügbaren Drucker mit Auflösungen von 1400 bis 2800 dpi annehmen, dass diese der geforderten Fotoqualität entsprechen.
| Format | Perfekt bei Foto-Auflösung 250/300 lpi Entspricht Tintenstrahldruck bis 2800 dpi | Gutes Ergebnis ab ca. |
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| 9 x 13 cm | 1,75 bis 2,52 MP | 1,5 Megapixel |
| 10 x 15 cm | 2,25 bis 3,24 MP | 2 Megapixel |
| 13 x 18 cm | 3,51 bis 5,04 MP | 3 Megapixel |
| 20 x 30 cm | 9 bis 12,96 MP | 4 Megapixel |
Man sollte aber auch nicht vergessen, dass es noch eine weitere wichtige Einflußgröße gibt: Die angenommene Filmempfindlichkeit. Digitalkameras richten sich bei der Berechnung von Blende und Belichtungszeit für eine optimale Bildqualität meistens nach einer Grundempfindlichkeit um ISO 100, wie sie bei Fotofilm heute üblich ist (neben ISO 200 bis ISO 400). Eine Steigerung der Empfindlichkeit bei der Verarbeitung des Bildes (Analogverstärkung) vor der Digitalisierung der Farb- und Helligkeitswerte führt zu verstärktem Bildrauschen - einem Effekt, der einem Fernsehbild bei schlechtem Empfang ähnelt - oder eben der Körnigkeit, die bei hochempfindlichen Fotofilmem verstärkt in Erscheinung tritt.
Tatsache ist, daß man bei den üblichen Fotoformaten von 9 x 12 cm schon längst keinen Unterschied mehr sieht, dafür reicht schon eine 3-Megapixel-Kamera. Inzwischen lassen sich Digitalbilder aus 4 bis 5 Megapixeln bis auf 18 mal 24 cm (A4-Papier) oder gar über 24 x 30 cm (A3) vergrößern, ohne daß man "Pixel" sieht. Dazu bietet die Digitalfotografie insgesamt einen Mehrwert: Man kann die Bilder selbst ausdrucken oder dies von einem Fotodienst erledigen lassen, man kann sie auch selbst im Computer bearbeiten (Ausschnitt, Farbkorrektur, Verfremdung), und man kann sie per E-Mail versenden oder im Internet auf der eigenen Homepage veröffentlichen und als "Digitale Diashow" vorführen. Der Unterschied zwischen Negativ und Dia fällt praktisch weg - moderne Digitalprojektoren sind schon fast so scharf wie und allemal heller als der gute alte Diaprojektor, und sie werfen vom Fernsehprogramm über das analoge oder digitale Video bis hin zur Webseite und dem Digitalfoto fast alles an die Wand, was einen bildlichen Inhalt hat. Hat man sich einmal genügend Speicherkarten oder ein Microdrive angeschafft (Compactflash bis 256 MByte, Microdrive bis 1 Gigabyte), braucht man nie wieder Filme zu kaufen - und die Archivierung auf CD-ROM ist mit ein bis zwei Euro für bis zu einigen hundert Fotos unschlagbar billig.
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| Links ein mit 2700 dpi gescanntes Dia, das mit 2109 x 3701 im Original etwa 7,8 Millionen Pixel enthält. Es wurde hier stark verkleinert. Rechts ein Ausschnitt aus einer Darstellung von 100%. Bei genauem Hinsehen erkennt man sowohl das Korn des Films als auch leichte Pixeleffekte, die vom Scanner herrühren. | |
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| Links eine Digitalaufnahme mit der Canon PowerShot G2. Sie hat im Original eine Auflösung von 1704 x 2272 Pixeln (etwa 3,8 Millionen). Rechts ein etwa gleichstarker Ausschnitt aus dem Digitalfoto. Auch hier werden Artefakte (eine gewisse Stufigkeit in den Haaren sowie Farbverschmierungen auf dem Gesicht aufgrund der JPEG-Kompression) andeutungsweise sichtbar. Der allgemeine Schärfeeindruck steht jedoch dem Dia nur wenig nach. | |
Bei diesem Test - und dem der Kodak DX4900 - habe ich mich erstmals mit messtechnischen Vergleichsaufnahmen beschäftigt. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:
In meinem Studio befindet sich eine hochwertige Beleuchtung mit Biolux-Leuchtstofflampen, die nach Angaben der Firma Osram eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin aufweisen. Das gleiche Licht beleuchtet den Computerarbeitsplatz, und dessen Röhrenmonitor ist nach Augenschein bei neutralweißem Papier auf dieselbe Farbwiedergabe abgestimmt.
Die Angabe der Farbtemperatur in Kelvin bezieht sich auf das von einem glühenden Körper ausgestrahlte Licht, gemessen in Grad Kelvin, ausgehend vom absoluten Nullpunkt bei etwa minus 273 Grad Celsius. Erwärmt man beispielsweise ein Stück Eisen oder einen Draht aus dem hitzebeständigen Metall Wolfram (in Glühbirnen verwendet), so wird dieser zunächst rotglühend, bei steigender Temperatur gelb und dann weißglühend. Bei noch höherer Temperatur verschiebt sich die Lichtfarbe immer weiter nach Blau. Genau genommen bezieht sich diese Angabe also auf das kontinuierliche, aber in seinen Anteilen unterschiedlich gewichtete Lichtspektrum eines glühenden Körpers, was allerdings nicht exakt mit den Gegebenheiten bei vielen modernen Kunstlichtquellen (Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren etc.) übereinstimmt. Näherungsweise ist die Angabe in der Praxis aber meistens sinnvoll.
Die erste Aufnahme (Nikon Coolpix 5000, unten) wurde am Bildschirm so korrigiert, dass sie dem Ausdruck des Testbildes möglichst ähnlich sieht - allerdings habe ich dabei nur Tonwertumfang und Gradation eingestellt, also keinen Einfluß auf die Farbabstimmung genommen. Das Ergebnis ist recht überzeugend.
Dass die binäre Wiedergabe des computergenerierten Testbildes sehr viel leuchtendere und reinere Farben zeigt, hat technische Gründe: Der Drucker kann diese Farben gar nicht exakt wiedergeben. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Drucker andere Farben (Gelb, Magenta, Cyan, auch Yellow Magenta Cyan oder YMC genannt, auf dem Testbild bei den kleinen schwarzen Kringeln rechts oben, links oben und Mitte unten im großen Farbkreis) für die verwendete subtraktive Farbmischung verwenden als der Bildschirm. Dieser arbeitet mit den Grundfarben Rot, Grün, Blau (auf dem Testbild bei den kleinen Kreisen Mitte oben, rechts unten und links unten) und additiver Farbmischung. Das fällt besonders bei der Wiedergabe des reinen Grün auf dem Drucker auf, das dieser aus Gelb und Cyan (Blaugrün) mischen muß.
| Wenn man den Tonwertumfang und die Gradation der Aufnahme am kalibrierten Bildschirm so korrigiert, dass sie dem Ausdruck der Messtafel bei Beleuchtung mit 6500 Kelvin möglichst ähnlich sieht, erhält man eine Wiedergabe, die dem digital erzeugten Testbild sehr ähnlich ist. |
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| Dies ist ein computergeneriertes Testbild, das Farbkreise und RGB-Messwerte zeigt. Ausgedruckt auf einem Epson Stylus Foto 810 dient es zur Überprüfung der Farbwiedergabe von Digitalkameras. Es enthält den vollen in RGB bei 8 Bit Farbtiefe darstellbaren Farbraum. |
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| Das nebenstehende Bild wurde bei Licht von 6500 Kelvin nach Messung des Weißabgleichs aufgenommen (Nikon Coolpix 5000). Es ist dieselbe Aufnahme wie ganz oben, aber ohne Korrektur. Der Verlust an Farbigkeit und Kontrast gegenüber dem computergenerierten Testbild ist normal - siehe Text. |
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| Dieses Bild wurde bei Beleuchtung mit Halogenlampen (etwa 3000 Kelvin) nach messtechnisch mit einem weißen Blatt Papier ermittelten Weißabgleich aufgenommen. Es wurde ebenfalls nicht korrigiert. Insgesamt ist der Eindruck dem bei Tageslicht sehr ähnlich, vor allem bei den Grauwerten. Dennoch werden verschiedene Farben anders wiedergegeben, insgesamt ist die Wiedergabe aber ausgeglichen. |
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Hier soll es aber nicht in erster Linie um diese generelle Problematik der fotografischen Farbreproduktion gehen - ich bin nur kurz darauf eingegangen, um zu erklären, warum man nicht erwarten kann, dass ein Foto die Farben eines technisch erzeugten Testbildes hundertprozentig wiedergeben kann. Tatsächlich fällt die unkorrigierte Wiedergabe der Aufnahme (oben) noch viel blasser aus, was daher kommt, dass in der Natur zwischen gleißendem Sonnenglitzern auf Wasser und dem dunklen Schatten im Wald ein um mehrere Größenordnungen höherer Kontrastumfang herrscht als ihn ein Farbdruck (oder auch ein chemisch entwickeltes Foto auf Papier) wiedergeben könnte. Von Interesse ist vielmehr, wie gut der sogenannte Weißabgleich der Kamera funktioniert. Um zu demonstrieren, worum es dabei geht, zeige ich zunächst dasselbe Testbild, fotografiert bei Kunstlicht (Halogenlampen), aber mit derselben Einstellung der Kamera. Diese wurde auf das Referenzlicht von 6500 Kelvin vorgenommen, während Halogenlampen etwa 3000 bis 3200 Kelvin haben - das Ergebnis ist ein gewaltiger Orange-Farbstich, denn Glühlampenlicht ist nunmal sehr viel gelblicher oder genauer gesagt rötlicher als Tageslicht.
| Nimmt man mit einer Kamera, die auf mittleres Tageslicht (6500 Kelvin) abgestimmt ist, bei Kunstlicht auf, so erhält man einen gewaltigen Orange-Farbstich. Diese Aufnahme ist unkorrigiert. |
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Dass wir diese Farbverschiebungen im Alltag normalerweise nicht oder kaum bemerken, beruht auf der als "Farbkonstanz" bezeichneten Ausgleichsleistung des menschlichen Sehsystems, das sich auf die jeweilige Lichtstimmung unbewußt einstellt. Bei der herkömmlichen Fotografie auf chemisch basierten Filmemulsionen geschieht dies teilweise durch Auswahl geeigneten Filmmaterials, teilweise auch durch Farbkorrektur beim Anfertigen von Abzügen (Vergrößerungen) auf Papier. Eine solche nachträgliche Farbkorrektur ist prinzipiell auch in der Digitalfotografie möglich, wie das nächste Bildbeispiel zeigt.
| In gewissen Grenzen läßt sich der durch die Farbtemperatur des Lichtes erzeugte Farbstich mit Fotoprogrammen auch nachträglich beheben - allerdings meist auf Kosten der Bildqualität, und in Extremfällen gehen Bereiche des Farbreichtums verloren. Dieses Bild wurde aus der oben wiedergegebenen Kameradatei in Corel Photopaint durch Farb- und Tonwertkorrektur gewonnen. |
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Es ist also noch nicht alles verloren, wenn ein Foto mal einen Farbstich aufweist. Allerdings ist die erforderliche Korrektur am PC ziemlich aufwendig, und bessere Ergebnisse erziehlt man, wenn die Kamera selbst die Farbstimmung korrigiert.
Dazu gibt es grundsätzlich zwei Verfahren. Nach dem ersten stellt man die Kamera von Hand auf die Lichtstimmung am Aufnahmeort ein. Dazu dienen Einstellungen wie "Tageslicht" (Daylight) und "Kunstlicht" (oft auch als "Wolfram" oder "Tungsten" bezeichnet). Das entspricht der Vorgehensweise bei herkömmlicher Fotografie durch Wahl der Filmsorte (für Tages- oder Kunstlicht) oder das Vorsetzen von Filtern zur Korrektur der Farbabstimmung. Häufig werden diese Einstellmöglichkeiten noch ergänzt, zum Beispiel durch Angaben wie "Sonnig", "Wolkig" oder "Leuchtstoffröhre". Das natürliche Tageslicht ändert sich beträchtlich je nach Tageszeit und Witterung - bei hohem Sonnenstand ist es bläulicher, bei tieferem rötlicher, bei bedecktem Himmel normalerweise bläulicher als bei direktem Sonnenlicht usw. In gewissem Maße ist es wünschenswert, dass diese Farbabweichungen mehr oder weniger erhalten bleiben - ein Sonnenuntergangsfoto soll schließlich auch die Stimmung des stark rötlichen Lichtes wiedergeben. So gesehen ist es auch durchaus kein Mangel, wenn Aufnahmen in Innenräumen bei der Einstellung "Kunstlicht" eine etwas wärmere Stimmung zeigen. So gesehen ist die genaue Farbwiedergabe bei dieser Einstellung nicht nur eine Geschmacksfrage, die sich dem Kamerahersteller stellt. Es kommt hinzu, dass wir es heutzutage mit einer Vielzahl unterschiedlicher Beleuchtungskörper wie Glühlampen, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren (vulgo: Neonröhren) mit sehr unterschiedlicher Farbwiedergabe zu tun haben.
| Nimmt man versehentlich bei Tageslicht mit der Einstellung "Kunstlicht" auf, so entsteht ein starker Blaustich. |
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Dem sucht das zweite Verfahren Rechnung zu tragen: Automatischer Weißabgleich. In dieser Betriebsart versucht die Kamera, die Farbtemperatur der vorhandenen Beleuchtung zu erkennen und die Farbwiedergabe entsprechend zu korrigieren. Das hat den Vorteil, dass sie sich auf beliebige Lichtstimmungen einstellen und diese ausgleichen kann. Andererseits würde dies in der Theorie dazu führen, dass jegliche individuelle Lichtstimmung verloren ginge und alle Aufnahmen so aussehen würden, als wären sie bei einem Normlicht erfolgt, was fotografisch nicht immer wünschenswert ist.
| So sieht das gleiche Motiv bei korrektem Farbabgleich - hier Automatik mit Nikon Coolpix 5000 - aus. |
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In der Praxis funktioniert das aber auch nicht perfekt. Je nachdem, wie die Kamera die Beleuchtungssituation aus dem aufgenommenen Motiv oder dem über besondere Sensoren erfaßten Umgebungslicht erfaßt, läßt sie sich auch durch farbiges Streulicht oder größere farbige Flächen beeinflussen. Streng genommen müßte man die "Farbtemperatur" des Lichtes mit einem Sensor messen, der sich unmittelbar am aufzunehmenden Motiv befindet und auf die Kamera gerichtet ist, wobei er mit einer Diffusorkalotte (einer milchigen Halbkugel) das insgesamt auf das Motiv fallende Licht erfaßt - analog zur klassischen "Lichtmessung" mit einem Belichtungsmesser. Stattdessen blickt die Kamera in Richtung des Motivs und versucht irgendwie, dessen Beleuchtung zu erfassen - wobei sie sich durch Hintergrundlicht täuschen läßt, das möglicherweise gar nicht entscheidend ist.
Daher liefern Aufnahmen mit automatischem Weißabgleich nicht selten sehr überraschende und unerwünschte Ergebnisse. Gerade bei Labortests führt dies nicht selten zu abwertenden Urteilen, die sich nicht unbedingt mit den praktischen Erfahrungen decken. Andererseits sind im Durchschnitt mit automatischem Weißabgleich gemachte Fotos befriedigender als solche mit voreingestelltem Weißabgleich. Das kann man letztlich nur durch Probieren herausfinden - indem man "seine Kamera" kennenlernt.
| Dieses Selbstportrait aus dem Nachlass meines Vaters habe ich mit der Canon PowerShot G2 aufgenommen. Der Weißabgleich wurde messtechnisch ermittelt, danach die Bilddatei am kalibrierten Bildschirm nach dem danebenstehenden Bild korrigiert. |
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Es gibt allerdings auch eine klare Aufgabenstellung: Reprofotografie. Dabei nimmt man zum Beispiel Gemälde, Zeichnungen oder Werbeobjekte auf, die in neutraler Farbwiedergabe erfasst werden sollen. In diesem Fall - sofern es die Kamera leistet - läßt sich ein messtechnischer Weißabgleich durchführen, indem man unmittelbar vor dem Motiv ein neutral weißes Papier oder einen Graukarton anbringt, dessen Farbigkeit von der Kamera anmessen läßt und das Ergebnis für die nachfolgenden Aufnahmen speichert. Digitalkameras mit gehobenem Funktionsumfang bieten diese Möglichkeit - bei der Coolpix 5000 oder der Canon PowerShot G2 eine Selbstverständlichkeit, während man bei der Kodak DX 4900 darauf verzichtet hat.
Ich habe daher Probeaufnahmen sowohl bei simuliertem Tageslicht (den erwähnten Biolux-Leuchtstoffröhren von Osram mit einer definierten Fartemperatur von 6500 Kelvin und einem weitgehend ausgeglichenen Spektrum) als auch bei Kunstlicht unter Verwendung von handelsüblichen Niedervolt-Halogenlampen gemacht, und dabei einerseits unter der Bedingung, dass sich im Raum nur gleichartige Lichtquellen in Betrieb befanden (bei Nacht, dh. kein einfallendes Tageslicht), mit automatischem Weißabgleich fotografiert, andererseits unter sonst gleichen Umständen mit messtechnisch gespeichertem Weißabgleich auf ein weisses Blatt Papier (soweit die Kameras dies zuließen).
Auf den Seiten zu den einzelnen Kameras finden Sie ausführliche Testberichte, Beispielaufnahmen und technische Daten (im linken Frame auf das Bild der Kamera klicken).
Übrigens braucht man, um unterwegs Akkus nachzuladen, nichts weiter als einen billigen Batteriehalter aus dem Elektronik-Laden, einen passend berechneten etwas dickeren Widerstand, einen halben Meter Litze und einen Stecker für den Zigarettenanzünder im Auto. Diese billige Expeditionsausrüstung (höchstens 10 - 15 Euro und eine halbe Stunde Lötbastelei) verzichtet allerdings auf Ladeautomatik - man muß schon selbst aufpassen, dass die Akkus nicht überladen werden.
Für Kameras, die vier AA-NC oder Ni-MH-Zellen benutzen, besorgt man sich einen passenden Batteriehalter (z. B. bei Conrad), ca. einen Meter Litze (Länge nach Belieben), am besten verschiedenfarbig isoliert, damit man sich mit der Polarität leichter tut, einen Zigaretten-Anzünder-Stecker (KFZ-Fachhandel, Tankstelle oder Obi) sowie einen Widerstand, am besten einen 2-Watt-Typ. Das Kabel wird so an die Lötkontakte des Batteriehalters angelötet, dass Plus an Plus kommt - am besten mit Voltmeter prüfen (der Mittenkontakt des Zigarettenanzünder-Steckers ist Plus). Man muß nun eine der Brücken (Drähte) auftrennen, mit denen die Kontakte der Zellen verbunden sind, so dass diese in Serie geschaltet werden. Diese Brücke wird durch den angelöteten Widerstand, der zur Ladestrombegrenzung dient, wieder geschlossen. Achtung: Der Widerstand wird heiß - daher auf ausreichende Belastbarkeit, mindestens 2 Watt, achten! Wenn es im Auto blanke Karosserieteile gibt (Masse!), sollte man das ganze außenrum gut mit Isolierband vor Kurzschluß schützen.
Als Wert habe ich 62 Ohm gewählt (Farbcode blau, rot, schwarz und gold oder silber für 5% oder 10% Genauigkeit (nicht so wichtig)). Dabei geht man von der Regel aus, Akkus 14 Stunden mit 1/10 der Nennkapazität zu laden. Die Nennspannung von Nickel-Akkus beträgt zwar 1,2 Volt, steigt aber beim Laden bis auf 1,4 Volt an, macht also 5,6 Volt (kann auch höher werden - aber dann sollte man die Akkus wieder trennen). Nun ist die Nennspannung der Autobatterie 12 Volt, während der Fahrt steigt sie aber auf 14,4 Volt (Ladespannung d. Lichtmaschine) an. Das ergibt eine Spannungsdifferenz zwischen 6,4 und 8,8 Volt, und somit nach dem ohmschen Gesetz - Spannung durch Widerstand - einen Ladestrom zwischen 103 und etwas über 140 mA - damit ist man bei Akkus entsprechender Kapazität (1400 mAh) auf der sicheren (schonenden) Seite. Man kann auch durch Verkleinern des Widerstandes eine schnellere Ladung erzielen, aber dann sollte man ein Digitalvoltmeter und viel Aufmerksamkeit mitbringen. Wenn die Akkus eine höhere Kapazität haben, z. B. 1600 mAh, dauert das Laden halt länger - oder man erhöht den Ladestrom auf 160 mA (56 Ohm wäre der nächste Normwert). Das ist eine ganz billige Möglichkeit, Akkus unterwegs nachzuladen - gelegentlich sollten sie aber auch wieder kontrolliert mit einem elektronischen Ladegerät (zu Hause) geladen werden, obwohl den Ni-MH-Akkus Teilladung und Teilentladung nicht so viel ausmachen - jedenfalls nicht gelegentlich. Führt man zwei oder drei solcher Simpel-Lader mit, hat man meist genügend Stromreserven. Zu beachten ist, dass man die Akkus nicht vergisst, da sie sonst überladen werden, was die Lebensdauer verkürzt.
Im Prinzip kann man sowas auch mit einer elektronischen Schaltung machen, aber dazu habe ich jetzt keine Unterlagen parat (es gibt geeignete ICs dafür) und erhält dann ein mehr oder weniger automatisches Ladegerät, zum Beispiel per Spannungsbegrenzung, was als Begrenzung des Ladevorgangs ausreicht (in diesem Fall auf 5,6 Volt einstellen, Strombegrenzung entsprechend), das ist dann aber wieder teuerer und aufwendiger.