Histogramme auf dem Kameradisplay

Was Sie schon immer über Histogramme wissen wollten ...
Was stellt eigentlich das Histogramm nach der Aufnahme auf dem Kameradisplay dar? Oder das Livehistogramm sogar vor der Aufnahme?

Offenbar werden Blendenwerte eher an den linken Histogrammrand verschoben und dort zusammengedrängt, nach rechts aber auseinandergespreizt. Da Blendenwerten die Verdoppelung von physikalischen Helligkeitswerten repräsentieren, die im unteren (dunklen) Bereich etwa der Zahlenreihe 1, 2, 4, 8, 16 entsprechen,am oberen Ende aber eher 64, 128, 256 (was schon zu groß ist, da in 8-Bit-RGB maximal ein Wert von 255 pro Farbkanal möglich ist), passt das eigentlich ganz gut ...

Hier eine - vorläufige - Serie von Testaufnahmen, die noch ergänzt und/oder andernorts weiter erläutert werden wird ...


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Der Versuchsaufbau: Die Kamera steht vor einem weissen, möglichst gleichmäßig beleuchteten Hintergrund. Links und rechts sieht man die beiden Tageslicht-Leuchten (965, Biolux-Qualität bei nominellen 6500 K, Farbwiedergabequalität 9).
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Das Live-Histogramm der EOS 5D MK II, bei Einstellung auf 0 EV (Belichtungswaage links unten), automatischer Weißbalance und 1/30 sec bei Blende 8 und ISO 100. Offensichtlich wird dieses Licht von der Kamera als "perfekt weiß" erkannt, was man an den genau übereinanderliegenden Farbbalken für die RGB-Komponenten erkennt. Bei der Belichtungsmessung wird allerdings angenommen, dies sei eine "Graufläche", entsprechend wurde die Belichtung von Hand auf 0 EV (weder plus noch minus) eingestellt. Beachten Sie die "Belichtungswaage" halblinks am unteren Bildrand, der Balken steht genau auf der mittleren Markierung der Skala, die von -2 über -1, 0, +1 bis +2 reicht.
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Nach der Aufnahme erscheinen die Balken im Histogramm interessanterweise schmäler. Dass die Balken nicht ganz schmale Linien sind, liegt offenbar auch an der nicht ganz gleichmäßigen Ausleuchtung der Aufnahmefläche (wie man auch an späteren Belichtungen erkennt), aber auch die Vignettierung des Objektivs spielt dabei eine Rolle.
Die eigentliche Überraschung aber liegt darin, dass bei 0 EV (für mittleres Grau) die Balken nicht in der Mitte, sondern leicht nach links versetzt beim zweiten von vier Teilstrichen innerhalb des Histogrammbereichs liegen, also etwa bei 2/5 der Histogrammbreite.
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Die erste Überraschung war ja, dass der Balken des Histogramms bei der Belichtung auf Neutralgrau (EV +/- 0) nicht genau in der Mitte, sondern links auf etwa 2/5 liegt. Tasten wir uns einmal an den Mittenwert heran, hier + 0,3 EV (eine Drittel-Blendenstufe Überbelichtung, hier aber durch die Belichtungszeit gesteuert). Die eigentliche Blende bleibt bei allen Aufnahmen unverändert.
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Wieder sind die Balken im Histogramm nach der Aufnahme merklich schmäler und finden sich schon fast in der MItte.
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Bei +0,6 EV (zwei Drittelblendenstufen) verschieben sich die Balken etwas nach rechts von der Histogrammmitte.
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