Aufnahmen nach manueller Belichtung und Ausmessen des Motivs in Lichtern und Schatten

Möglichst auf Spotmessung oder Selektivmessung schalten und M. Eine sinnvolle Blende wählen (oder Verschlusszeit, wenn das wichtiger erscheint), den anderen Paremeter variieren. Verschiedene Bereiche im Motiv anmessen. Die Anzeige sollte sich möglichst im Bereich zwischen +2 (Lichter) und -2 bis -3 (Schatten) bewegen. Wenn der Himmel noch zeichnen soll, darf die Überbelichtungswarnung hier gerade noch nicht blinken. Mittlere Bereiche wie eine Wiese können um 0 EV liegen, aber auch etwas darüber (besonnt) oder darunter (Schatten), aber nicht zu sehr. Der Belichtungsspielraum einer Digitalkamera liegt bei ungefähr +2,5 EV bis -7,5 EV (variiert ein wenig nach dem Gesamtumfang, der hier mit 10 Blendenstufen angenommen ist). Da bekommt man im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür. Alte Hasen messen statt auf eine Graukarte auch schon mal auf die Innenfläche ihrer Hand - die ist etwas heller, so ca. +0,7 EV (knapp +1EV). In nicht zu komplizierten Fällen kann man dann - z. B. bei Portraits - mehrere Aufnahmen machen, ohne immer wieder neu zu messen, solange sich die Bedingungen nicht wesentlich ändern - also wenn z. B. das Licht auf dem Gesicht immer gleich bleibt, die Ausschnitte können dann ruhig wechseln. Nach der Aufnahme Histogramm anschauen, sollte den Bereich in den Lichtern möglichst ausfüllen, aber weder in den Lichtern noch den Schatten beschnitten sein. Wenn das Motiv zu kontrastreich ist, muss man sich halt überlegen, welchen Bereich man "opfert" - das zeigt die obige Ausmessung einzelner Bereiche. Bei Aufnahmen im Raw-Format kann man nachher oft noch einiges aus Lichtern und Schatten herausholen. Im Zweifelsfalle zwei, drei Aufnahmen mit Unterschieden von ca. 1 EV machen. Die Mitten lassen sich bei der Konvertierung auch anheben oder absenken, wenn die Belichtung nach Lichtern oder Schatten sie in einen ungünstigen Bereich gelegt hat (das geht in Photoshop, die ersten Beispiele mit CS3, spätere mit CS6, mit dem Raw-Konverter besonders schön mit den Einstellern, die früher so hießen: Helligkeit (eigentlich Mitten), Reparatur (Lichter runterziehen), Fülllicht (Schatten aufhellen), sowie Kontrast und als letzten Rettungsanker "Belichtung" nach oben oder unten korrigieren (mäßig). Heute heißen sie Belichtung, Kontrast, Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz, um die wesentlichsten zu nennen. Der nutzbare Bereich reicht etwas über die (meist) angezeigten +2 ... -2 EV im Kamerahistogramm hinaus, aber da wird es eben schon eng mit Zeichnung bzw. Rauschen, wenn man korrigieren will.

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